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Samstag, 30. September 2017

Franzi Down Under.

HOLY SH*T! Sorry, aber das war für mich jetzt einfach nur der reinste Albtraum!

Seit ein paar Stunden stehe ich auf australischen Boden, genauer gesagt in Perth, der Hauptstadt West AustraliensDass ich mich ab sofort alleine, d. h. ohne Alex durchschlagen muss, war ja von Anfang an klar, aber dass ich in einem düsteren, gruseligen 20-Bett-Zimmer in einem Hinterhof sitze und weit und breit kein Backpacker zu sehen ist, finde ich jetzt schon irgendwie ein bisschen beunruhigend. Als ob das nicht schon genug wäre: Es gibt kein Fenster, kein Licht an der Decke, keine Glühlampen in den Fassungen an den Betten, keine Steckdose im ganzen Zimmer, es ist stockfinster. Dafür sitzen drei wirklich angsteinflößende, abgef*ckte Typen auf der Bank vor meiner Türe, die sich anscheinend in dem Hostel eingenistet haben und mich immer ganz genau beobachten, wenn ich ein und aus gehe. Für die ganz Schlauen gleich im Voraus: Ich habe mich aufgrund der Bewertungen auf hostelworld.de und nicht blauäugig für diese Unterkunft entschieden. Wo bin ich hier nur hingeraten? Zumindest läuft draußen Coldplay in Dauerschleife - wer so Musik hört, wird doch wohl nichts Böses in sich tragen! Ich komme mir auf jeden Fall gerade vor wie in einem schlechten Horrorfilm. Als ich eben aus der Dusche kam und mit Gänsehaut wieder in den Darkroom trat, hätte jeder, der vor mir gestanden wäre, meine Faust so dermaßen abbekommen, so angespannt war ich. Bin ich irgendwie im falschen Hostel? Warum hat die Bude eine Bewertung von 8,1/10? Nochmal nachlesen! [...] TripAdvisor: "Die ständigen Einwohner, meist Obdachlose, sind sehr einschüchternd." - "Alle zwei Tage ist die Polizei wegen der Drogenabhängiger zu Besuch." - "Für weibliche Reisende nicht zu empfehlen." - Ich kipp gleich aus den Latschen, was soll der Mist? Erst mal das Taschenmesser rausholen, damit sich meine Panik wenigstens ein bisschen legt. So, wo ist das gute Teil? Klasse, das haben sie mir dann wohl am Flughafen aus meinem Rucksack raus. ICH MUSS HIER WEG! Egal wohin! Notfalls setze ich mich in eine Bar, bestelle Bier für Bier und gehe im Zuge dessen lieber pleite, als in den vier Wänden Todesängste ausstehen zu müssen! Ich bin in der Hinsicht aber auch ein Schisser, ich weiß. 

Sofort machte ich einen Abflug - es war mittlerweile schon 22:30 Uhr geworden - und konnte selbst ohne neue Unterkunft vor der Türe draußen schon tief durchatmen. Nach einem 15-minütigem Bundeswehrmarsch kam ich gerade bei einem großen Youth-Hostel an, in dem mich gleich beim Eingang ein Backpacker begrüßte und mir freundlich seine Hilfe anbot. Einen Augenblick später hatte ich auch schon die Karte für mein Zimmer, das ich mir jetzt mit zwei netten Mädels teile und mit denen ich mich eben noch ein bisschen unterhielt. So hab ich mir das Ganze auch eigentlich vorgestellt. Leute, Leute, meine Nerven! Und das gleich am ersten Tag alleine down under! Memo an mich selbst: Verlass dich nie mehr nur auf hostelworld.com, Sauverein! Sonst ist dafür aber alles soweit super unkompliziert abgelaufen. Was die letzten Tage schon mal wahnsinnig viel Balast wegnahm, war die schnelle und vor allem sehr sympathische Zusage der Strawberryfarm in Manjimup und das Angebot des Motels in der Nähe der Farm für die Arbeiter dieser. Dort kann ich für $121 die Woche nächtigen, worüber ich mich in Australien nicht beschweren kann. An die gesalzenen Preise muss ich mich nach Südostasien erst mal gewöhnen. Das mit dem australischen Konto war heute ebenfalls kein Problem, auch wenn der Onlineantrag irgendwie nicht ankam. Puh, wieder ein Punkt auf der To-Do-List abgehakt. Meine Karte wird mir daher erst nächste Woche zugeschickt, aber das sollte glatt laufen, ich bin ja jetzt voraussichtlich erst mal ein knappes Monat - umgeben von Erdbeeren - an einem Fleck. Als ich übrigens bei der Bank vom Strawberrypicking erzählt habe, hat mir der witzige Banker zum Abschied noch sein herzlichstes Beileid ausgesprochen. Da kommt Vorfreude auf. Ein bisschen wärmer könnte es auf jeden Fall sein, hab' mir nach der Finanzgeschichte erst mal einen Pulli gekauft, ist eben doch erst Frühling hier. Im Allgemeinen ist der kleine Funken Anspannung zwar immer noch mein treuer Begleiter (und wird es wahrscheinlich auch erst mal bleiben), aber im Großen und Ganzen sehe ich der Sache jetzt zuversichtlich entgegen. Nach dem Gruselkabinett gerade bringt mich so schnell nichts mehr aus der Fassung und dass es richtig hart wird, ist mir bewusst. Ich wollte es so, jetzt muss ich da auch durch. Sollten alle Stricke reißen, gibt's immer noch Plan B, C, D und E. No worries, wie ich heute schon bestimmt 30 Mal gehört habe. Ärgerlicherweise konnte ich heute Abend nur die über 4-stündige Zug- und Busfahrt von Perth in dieses Örtchen, dessen Namen ich noch nicht aussprechen kann, nicht mehr online buchen. Ich denke bzw. hoffe, dass ich dafür einfach zu spät dran bin (wollte erst noch abwarten, ob das mit der Bank klappt) und werde morgen Füh dann direkt zum Busport schauen. Ein Buch für die lange Reise habe ich mir heute auch noch zugelegt: An Idiot Abroad. In diesem Sinne - GUTE Nacht!

Freitag, 29. September 2017

Catch The Wave.

"Meeei, Waaahnsinn, wey ner dey Zeit vergeyht! So grouß is' scho worn!" würde jetzt meine Oma sagen. 

Aber es ist wirklich verrückt, wie schnell die letzten zweienhalb Wochen verflogen und wie gefühlsmäßig lange der Kirwaabend, der Münchner Flughafen, Bangkok und auch Siem Reap schon wieder her sind. Würde uns jemand eintrichtern, dass das alles schon vor drei Monaten passiert ist, würden wir es sicher auch glauben. Heute, an unserem letzten Tag hier auf Bali, hab ich's tatsächlich noch auf die Reihe bekommen und mir eine Surfstunde gegönnt - natürlich bei einem recht ansehnlichen Balinesen und nicht bei einem von den Zahnspangenbubis am Strand, das ist klar. Nach dem Windsurfen am Gardasee und dem Beobachten der ganzen Anfänger hier bereitete ich mich mental schon mal darauf vor, die ersten 100 Versuche kläglich zu scheitern und die meiste Zeit nur im Wasser zu liegen, aber siehe da, schon beim zweiten Anlauf ging die Post ab und die Wellen trugen mich fast bis zum Ufer. Gut, ich hatte natürlich auch ein riesen - nennen wir es mal - "Babysurfbrett", aber auf so einem stand ich in Italien auch und da war es die reinste Katastrophe. Meinen Jahrsbedarf an Salz habe ich in den 60 Minuten aber trotzdem gedeckt, da man sich beim Paddeln durch die sich brechenden Wellen manchmal wie in einer Waschmaschine fühlt. Das große Erfolgserlebnis macht auf jeden Fall Lust auf mehr, Meer, mehr Meer. Gerne hätte ich mir das Brett nochmal eine Zeit lang ausgeliehen, allerdings war ich nach dem Spühlgang ganz schön k. o., wollte erst einmal auf Trockenschleudern wechseln und hatte am Nachmittag bezüglich der nächsten Tage in Australien noch einiges zu organisieren. Das wird aber auf jeden Fall schnellstmöglich nachgeholt. Alex war heute in der Zeit Souveniers kaufen. Es war mir ja vom ersten Tag an klar, dass er sich so einen Penis-Flaschenöffner kauft. Wie schade, dass so ein überdimensionales Glitzerprachtstück, das an jedem zweiten Stand funkelt und sofort uns Auge fällt, nicht in seinen Rucksack passt - das wäre bei der Zollkontrolle sicher lustig geworden.

Zurück beim Hotel kümmerten wir uns dann unter anderem um unsere Flüge und den Flughafentransfer, bei dem die Herrschaften an der Rezeption ganz schön zulangen. Gegen 10 € für jeden von uns wäre in Deutschland nichts einzuwenden gewesen, aber hier haben wir am Montag für ein Taxi lediglich 2 € zusammen bezahlt. Zumindest können wir jetzt aber sicher gehen, auch rechtzeitig am Airport anzukommen. Darüber hinaus muss ich ja schon um 06:00 Uhr los und hätte in aller Herrgottsfrüh keine Nerven, mit meinem irgendwie immer schwerer statt leichter werdenden Rucksack noch auf ein "Taksi"zu warten. Da Alex heute Morgen nicht besonders viel gefrühstückt hat und ich nach dem Surfen auch einen ganz schönen Kohldampf hatte, beschlossen wir, unser Abendessen heute etwas vorzuziehen. Mir fällt gerade auf, dass sich das so anhören muss, als wären wir ständig nur am Essen - locker bleiben, das Mittagessen fiel in der Regel immer aus. Aus dem "Vorziehen" wurde nur leider nichts: Ich hab meine Kohle in der Laundry und beim Surfen verbraten, Alex war Pimmel shoppen. Also erst mal zum ATM, mal wieder eine halbe Million abheben. "Transaktion fehlgeschlagen"; "Nummer konnte nicht gelesen werden". WAS? Im gleichen Häuschen hab ich doch vor ein paar Stunden auch Geld geholt! Versuch #2: "Transaktion fehlgeschlagen". Gleiches bei drei weiteren Bankautomaten. Hör' hald bitte auf! Meine Nerven! Somit blieb uns erst mal nichts anderes übrig, als hungrig und vor allem nervös zurück zum Hotel zu marschieren, um online die Umsätze etc. zu checken. Alles normal. Des gibt's doch niad! Die dumme Notfallnummer funktionierte natürlich auch nicht (anscheinend haben sie nicht nur diverse Schwulenapps, sondern auch die Nummer der DKB gesperrt) und auf die Mail bekam ich logischerweise nicht sofort eine Antwort. Um nicht komplett am Rad zu drehen, zogen wir dann mit ein paar übrigen Euros zur Wechselstube im Einkaufszentrum und mit ausreichend Rupiah weiter zum Warung Tujuh. Absolute Empfehlung! Lecker Essen, super günstig, sehr zuvorkommend, endlich mal gutes Wifi und die süße Bedienung hat es selbst Alex angetan. Als ich dann mein Satay vor mir hatte, kam plötzlich der erlösende Anruf der DKB - dreimal dürft ihr raten, wo der Fehler lag. Nie im Leben wären wir Vollpfosten auf die Idee gekommen, dass es beim Abheben einen Mindestbetrag von 50 € gibt und wir mit unseren 400.000 IDR nicht mal halb so viel Bares ausgezahlt haben wollten. Über unser Unvermögen will ich mich jetzt gar nicht mehr ärgern, ich bin gerade einfach nur erleichtert. Jetzt geht's schnell ab in die Kiste, morgen steht wieder ein harter Tag an ... und in sechs Stunden bin ich dann außerdem auf mich alleine gestellt. UM GOTTES WILLEN!

Donnerstag, 28. September 2017

Beach Hopping At Bali.

Franzi, ras' halt bitte nicht so! Franzi, du kannst da nicht einfach stehenbleiben! Franzi, wir sind da falsch! Also da schlaf' ich echt lieber noch 3 Mal in dem sch... Hotel bei Port Dickson, als nochmal mit dem Roller durch Kuta zu fahren! [Alexander Lang]

WER BREMST, VERLIERT! Das ist nicht nur blöd dahergeredet, nein, es ist wirklich so. Also ich fand unseren Ausflug heute ja echt spitze, auch wenn die Fahrerei durch die Stadt schon ziemlich vogelwild war. Aber jetzt mal von Anfang an: Da wir von Sonntag auf Montag, unserer ersten Nacht hier auf Bali, in einem eher weniger ansprechenden Hotel direkt neben dem Flughafen genächtigt haben (ich bin mir nicht so ganz sicher, ob wir wir nicht sogar AM Flughafen, sagen wir mal auf der Startbahn geschlafen haben), sind wir für die restlichen Tage kurzerhand ein paar Kilometer weiter gezogen und ließen den Herrn in unserer neuen Bleibe einfach ner an gurd'n Mo sa. Aus diesem Grund gab es auch nicht viel zu erzählen, außer vielleicht, dass ich mir an meinem Strandtag gestern einen ordentlichen Sonnenbrand geholt habe. Aber so verzweifelt, dass ich mich mit einer pinken Zinkpaste eincreme, bin ich definitiv noch nicht. Fralle, soweit kommt's noch. Der Tag heute war hingegen wieder "ein bisschen" aufregender und für mich eine willkommene Abwechslung - das ständige Rumliegen ist auf die Dauer nicht mein Fall. Nach dem Frühstück drehte ich aus diesem Grund hochmotiviert eine kleine (!) Runde am Strand, was bei der Hitze selbst früh am Morgen schon einfach nur eine Qual darstellte und deswegen auch am türkisblauen Meer nicht so wirklich Freude bereitet. Unser Vorhaben für heute: Roller mieten und den restlichen Süden der Insel erkunden. Gesagt, getan. 12 € und eine 10-sekündige Eiweisung sollten reichen, um uns ins Getümmel auf Balis Straßen zu stürzen. Na dann reiten wir eben mal los. Die ersten 100 m musste ich bei Alex' Anblick einfach so unglaublich lachen, dass ich mich kaum auf meinem Flitzer halten konnte und beinah meinen Seitenspiegel an einer Mauer verloren hätte. Erst mal tanken. Drei XXL-Wodkaflaschen Benzin sollten für unsern Trip reichen  - so gibt's den Treibstoff hier für umgerechnet 1 € die Bottle (schätze mal zwei Liter) an jeder Ecke zu kaufen. An einem kleinen Straßenverkauf stadtauswärts wollte uns die Tante gleich mal über's Ohr hauen und hat erst fast 10 Mal so viel verlangt, als die paar Liter eigentlich gekostet hätten. Nicht mit mir, Alte, woart ner, di wenn i nummal dawisch! Sorry, Sorry, Sorry hin oder her!

Mit vollem Tank rauschten wir also los Richtung Balangan Beach. Um es gleich vorab zu sagen: Alex fand die actionreiche und rasante Fahrt irgendwie nicht so toll wie ich und meinte gerade nur, dass er morgen wegen der Anspannung wohl Muskelkater in den Armen haben wird. Und das ausnahmsweise aber mal nicht wegen mir (das Navigieren hab ich meiner Meinung nach ganz gut auf die Reihe bekommen, sei ehrlich, Alex), sondern vielmehr wegen dem wahnsinnigen Verkehr und der ständigen Huperei. Dabei kämpft hier doch jeder nur um seine paar Zentimeter auf der Straße und will auf sich aufmerksam machen, wenn er links, rechts - oder wo und wie auch immer - überholt bzw. abbiegt, um nicht doch noch übersehen zu werden. Augen zu und durch. War doch stark, mal ganz ohne Verkehrsregeln. Achja: Im Gegensatz zur überlebenswichtigen Hupe braucht die Tachoanzeige kein Mensch, die ging natürlich bei keinem unserer Roller. Unsere zweite Station war dann der Uluwatu Temple, bei dem sie bei gefühlten 60 Grad in der prallen Sonne halb China ausgesetzt haben und der Bali neben acht weiteren Meerestempeln vor den bösen Geistern schützen soll. Dann gab es da auch noch die stinkerden Tücher für die nackigen Beine - einfach nur greislich. Nach ein paar Fotos von den beeindruckenden Klippen und den diebischen Affen wollten wir schnell wieder hier weg, das Angkor Wat ist ohnehin nicht mehr zu toppen. Anschließend düsten wir zum mittlerweile schon gut besuchten Pantai Pandawa (Beach), an dem wir nicht ernsthaft wieder für Fotos bereitstehen mussten. Leider dachte ich beim ersten, echt niad scheyna Typen zuerst, dass ich ein Foto VON, nicht MIT ihm machen soll und willigte deshalb ein. Ja, und die nette Burkalady hätte mir wenigstens noch fünf Sekunden geben können, damit ich meine Hose ganz hochziehen kann. Vielen Dank. Ende unseres Beach Hoppings war der Nusa Dua Beach, der sich ganz im Süden der Halbinsel, ca. 40 km von der Hauptstadt Denpasar befindet. Hier saßen wir eine ganze Zeit lang und schauten alleine, schon fast romantisch wie bei einem Bachelor-"Traum"date (die Stühle für das Candle-Light-Dinner wären auch schon bereitgestanden) in die Ferne. Wie lange das an den Stränden in der Gegend aber noch so in der Art möglich ist, steht in den Sternen. Auch hier hält der Massentourismus Einzug und neue, riesige Hotelkomplexe werden gerade schon errichtet. Traurig. Der Sonnenuntergang wäre dort sicherlich auch noch toll gewesen, allerdings zogen ein paar Wolken auf und darüber hinaus wollten wir zum Einbruch der Dunkelheit zurück sein. Natürlich gerieten wir dann am Heimweg gleich mal in eine Polizeikontrolle, sofern die 8 gelb-schwarzen Männchen überhaupt echte Bu**en waren. Auf jeden Fall war das Ganze nicht so vorteilhaft, weil Herr Lang ja keinen internationalen Führerschein besitzt. Zufälligerweise habe ich aber gestern etwas über die Abzocke der Polizisten gelesen und deshalb nur ein paar Euro "Strafe" rausgerückt, bis sie uns murrend weiterziehen ließen. Ich will hier jetzt nicht über die ... schimpfen, wir sind ja auch ein bisschen mit selbst daran schuld, aber das, was die da so treiben, ist schon ein großer Witz. Zu allem Überfluss gab dann auch noch mein Handyakku den Geist auf und da Straßenschilder abseits der großen Straßen im Allgmeinen eher Mangelware, also eigentlich gar nicht vorhanden sind, mussten wir uns auf unsere Orientierung verlassen. Den Weg zum Hotel zurück meisterten wir aber zum Glück trotzdem relativ schnell, wenn auch nicht ganz komplikationslos. Vom Rasen mit dem Roller träume ich heute Nacht sicherlich - Alex bestimmt auch, aber ihn werden wohl eher Albträume vefolgen, in denen er in sämtliche Unfälle auf Bali verwickelt ist. Da die Internetgesellschaft hier im Übrigen sein Datingleben boykottiert, hatte ich gerade noch die Ehre, mit seiner Wenigkeit schick Essen zu gehen. Bei einem bodenständigen Bierchen am Pool lassen wir jetzt noch den schon wieder vorletzten Abend ausklingen. Eilmeldung - Vermisstenanzeige: Falls jemand Langs hochwertige Primark-FlipFlops gesehen hat, die auf mysteriöse Art und Weise verschwunden sind, bitte melden! Oder ... werft sie einfach weg! Und die Russ'n neba uns wenn si etz niad glei zamreißn, schmeiß i ihne di fuchsdeiflswilde Katz ibe!


PS. Ganz vergessen: Ich hab zu 99 % 'nen Job! Strawberrypicking @ Manjimup! Das werden sicherlich harte vier Wochen!

Montag, 25. September 2017

Ups And Downs.

1 x Massage, 1 x Pool, 1 x Cocktail (ok, da hängen wir besser noch eine Null ran) bitte!

Auch wenn sich meine Lust nach dem Aufwachen zunächst in Grenzen hielt und uns der Weg zum Marina Bay Sands heute aufgrund unserer schweren Beine wirklich nicht leicht fiel (dabei wollte ich doch heute Morgen eigentlich nochmal eine Runde Laufen gehen), hat die Aussicht über ganz Singapur alle Anstrengung wett gemacht. Schon ein schönes Plätzchen, dieser Skypark, aber für S$23/Person nicht gerade billig und das Finden des Eingangs für so Spezialisten wie uns irgendwie nicht so easy. Natürlich sind wir erst mal wieder komplett falsch gelaufen und im unüberschaubaren Casino des Hotels gelandet. Es hätte aber schlimmer kommen können, war schon verrückt, die Massen an Spielautomaten und -tischen zu sehen. Da kann glaub ich selbst Rozvadov nicht mithalten. Wenn unser Konzept von gestern bezüglich unserer Bar aufgeht, residieren wir nächstes Mal einfach gleich für läppische ~ 450 € die Nacht in einer Suite des Hotels und köpfen im Infitity Pool die Schampusflaschen. Oder halt nicht.

Mittlerweile sitzen wir schon auf Bali. Bei höchster Alarmstufe. 35.000 Bewohner flüchteten schon aus ihren Dörfern. Der Vulkan Mount Agung steht Zeitungsberichten zufolge nach mehr als einem halben Jahrhundert kurz vor dem Ausbruch. Und wir sind vor gerade einmal zwei Stunden angekommen. No risk, no fun, oder was? Nein, zum Glück sind wir weit genug vom Hexenkessel weg, als dass er uns etwas anhaben könnte und landen konnten wir in Denpasar auch ohne Probleme. Die hatten wir hingegen in Singapur am Flughafen. Ich würde an der Stelle des Typens am Schalter noch undeutlicher sprechen, 'zefix! Koi Wort ham ma verstanden! Wie nervig, und das mit dem Internet funktionierte am Hightech-Flughafen auch nicht! Saftladen! Kurzzeitig war mir eher zum Weinen als zum Lachen zumute, so fertig war ich in diesem Moment. Der Flug selbst war aber mit Foo Fighters auf den Ohren, Weißwein (leider kein Käfer Chardonnay, Michael) in der Hand und dem bisher besten Flugzeugfraß im Magen (ich hatte aber auch einfach so dermaßen Hunger) der bisher angenehmste überhaupt. Außerdem musste Alex wegen seines Films am Bildschirm vor sich die ganze Zeit grinsen und hat mich dann mit seiner Laune angesteckt. Blicke reichten und wir lachten einfach nur los, grundlos. Möglicherweise lag es auch am leckeren Wein. Nach den sehr vertrauenserweckenden Sicherheitschecks (also wenn der Bildschirm beim X-Ray nur sporadisch besetzt wird, hätte ich mir die Anstrengung mit meinem irgendwie immer schwerer werdenden Rucksack auch gleich sparen können) haben wir am Bankautomaten - beobachtet von mindestens 100 Chaffeuren, darunter auch unser gelbes Bienchen - kurzerhand noch schnell eine Mille abgehoben, damit wir es uns die letzten Tage nochmal so richtig gutgehen lassen können. Sind halt leider nur 60 €. Für heute langt's mir auf jeden Fall, ich bin durch. Physisch und psychisch. 


Edit: A kloans Flascherl Gerstensaft geht nu allerweil, Grüße vom Pool.

Sonntag, 24. September 2017

Walking Dead.

Tag 2 in Singapur begann für mich heute mit einem kleinen Morgenlauf zur Marina Bay - bei der Aussicht und dem Feeling dort musste ich mir ausnahmsweise mal gar nicht so sehr in den Hintern treten. Ja, da ist man einmal im Jahr motiviert und schwups, wahrscheinlich gleich in einem professionellem Workoutvideo zu sehen. Die fette Kamara hätte ruhig weiter auf die Yogatante gerichtet bleiben können, statt mich beim Abkratzen zu filmen, herzlichen Glückwunsch. Vor dem Marina Bay Sands angekommen fing es dann - wie auch gestern schon zur genau gleichen Zeit - aus heiterem Himmel wolkenbruchartig an zu regnen, was an sich kein Problem, ganz im Gegenteil sogar ganz angenehmen gewesen wäre, aber ohne Handy in der Hand hätte mich Singapur wohl verschluckt und ich Depp wäre nie wieder beim Hostel angekommen. Nach einer kurzen Zwangspause war der Rückweg aber gemeistert und als Alex dann auch mal aus den Federn war, ging das große Beinevertreten weiter.

Resümee: 27 km. In Birkenstock. Deutsche Qualitätsware. Heftig. Fort Canning Park - Orchard Road, die bekannteste Einkaufsstraße Singapurs, in der sich eine überdimensionale Shoppingmall an die nächste reiht - Boat Quay, die Ausgehmeile am Südüfer des Singapore Rivers - Lichtershow 1 im Garden by the Bay - Lichtershow 2 an der Marina Bay - die wichtigsten Stationen unserer heutigen Tour. Das absolut spektakuläre (Ironie!) indische "Festival", das in Little India einmal im Jahr zu Chartityzwecken stattfindet, muss aber auch noch kurz erwähnt werden: 7 kleine Tische, hinter jedem Tisch jeweils ein/e Inder/in im traditionellen Gewand, auf jedem Tisch eine andere indische Spezialität. Und ich hab mich noch gewundert, warum man im Internet nichts zu "Deepakalanjali" findet. Wir probierten uns ein bisschen durch, mussten uns dafür aber von dem Überinder dort über zehn Minuten erklären lassen, dass in seinem Gepantsche very different tastes (diese Worte fielen in jedem zweiten Satz) versteckt sind. Hunger ham ma wie d' Sau, Mensch Meier! Zahlen konnte man dort überall wie viel man wollte bzw. einem das Essen eben wert war. Irgendwie fühlt man sich bei solchen Aktionen doch immer ein bisschen unwohl, also ich zumindest. Im Stickies nebenan wollten wir gegen den Durst noch ein Bierchen (oder zwei, oder drei) für billige S$2 trinken, haben aber leider zu Beginn die Geschäftsidee nicht so ganz verstanden und zahlten letztendlich schlappe S$7 für ein etwas nach Spülwasser schmeckendes Getränk. Dafür schmiedeten wir hierbei Pläne für unsere eigene Bar. Des wird da Wahnsinn, Leid! Zum krönenden Abschluss geht es morgen noch in den Skypark im MBS und dann heißt es schon wieder Bye Bye Singapur, Hello Bali. Hier war ich sicher nicht das erste und letzte Mal, auch wenn man sich hier selbst mit mickrigen einhundertvierundsechzig Zentimetern manchmal wie ein Riese und gegenüber den zerbrechlichen Asiatinnen zudem noch oftmals wie zwei Zentner Wackelpudding fühlen muss. Naja, beim nächst'n hoart'n Winter sans dabei.

Samstag, 23. September 2017

Singapore.

Jede lange Sekunde, jeder zähe Meter hat sich heute Vormittag definitiv ausgezahlt. Einfach nur beeindruckend. Und für uns nach dem armen Kambodscha und dem ländlichen Malaysia ein ganz schöner Kulturschock.

Über 4 Stunden brauchten wir heute mit Uber, Bus 1, Bus 2, U-Bahn und zu Fuß von Johor Bahru nach Singapur zu unserem Hostel - und dann standen wir fix und alle auch noch beim falschen BedsAndDreamsInn in der Temple Street, statt im Clarke Quay, das wir versehentlich gebucht haben. Ohne Essen im Bauch hätte ich mich erst einmal keinen Meter mehr bewegt, doch zum Glück konnte die temperamentvolle Big Mama #2 unsere Buchung so drehen, dass wir hier trotzdem ein 7-Bett-Zimmer beziehen durften. Gefesselt von den ersten Eindrücken machten wir uns gleich auf, beruhigten unsere Mägen und erkundeten fasziniert bis spät abends das sehr aufstrebende und fortschrittliche Singapur, die wahrscheinlich sauberste Stadt in ganz Asien oder sogar auf der ganzen Welt. Da hat jede Stadt Deutschland zum ersten Mal eindeutig das Nachsehen. Grund dafür sind die drakonischen und zum Teil kuriosen Gesetze und Verbote: Speisen und Getränke sind in allen öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln verboten, Alkohol darf in der Öffentlichkeit natürlich auch nicht konsumiert werden, wer Kaugummi kaut oder noch schlimmer auf den Boden spuckt, zahlt hier mal eben bis zu 1.000 € Strafe und außerdem bekommt man solchen überhaupt nur mit Rezept in der Apotheke. Mit den Regularien bezüglich des Rauchens will ich gar nicht anfangen und auch sonst sollte man sich hier einiges zu Herzen nehmen, um nicht hinter Gittern zu landen. Ohne Kaugummi, dafür mit spitzen Eiskaffee in der Hand, zogen wir zwischen Wolkenkratzern los durch die Chinatown bis hin zum Gardens by the Bay, einem großen, modernen, aber auch etwas kitschigen Parkgelände auf künstlich aufgeschüttetem Land. Neben den Supertrees findet man hier zwei mit Glas eingehauste Biotope: Den Cloud Forest und den Flower Dome, dem größten Glasgewächshaus der Welt. Wir haben uns gleich mal die volle Dröhnung gegeben und für S$28/Person beide besichtigt, weil der Zoo gestern gar so billig war. Die Architektur der Anlagen ist schon interessant, aber dieses Blumenzeug war gar nicht mein Fall und die Nachbildung der Vegetationszonen der Tropen im "Nebelwald" auch nicht so mega spannend. Aber man kann es sich schon mal anschauen. Am Rückweg genossen wir eine Zeit lang das Panorama und den Sonnenuntergang an der Promenande vor dem unglaublichen Marina Bay Sands mit dem spektakulärem Infinity Pool und schauten uns von der anderen Seite des Ufers dann noch die Lasershow an, bei der ich wirklich Gänsehaut bekam. Nach 16 gelaufenen Kilometern heißt es jetzt nur noch futtern, duschen, Bett, gute Nacht. Für morgen steht nämlich noch einiges auf dem Plan. Weitere Bilder folgen.

Freitag, 22. September 2017

JB And The Durian.

Da ich mir nach einem unspektakulären Tag unnötigerweise nichts aus der Nase ziehen wollte, gibt's erst heute wieder News. Nachdem wir gestern früh am Morgen mit dem Schifferl, vor dem es uns wegen der eisigen Temperaturen schon graute, zurück auf das Festland geschippert sind, frühstückten wir entspannt in der Bakery und machten uns dann auf nach ... äh, wo waren wir da eigentlich? ... auf jeden Fall übernachteten wir dort wegen dem bekannten Desaru Beach, der uns bei Tripadvisor immer wieder angezeigt wurde. Wie auch immer, die Ortschaft ist nicht der Rede wert. Unglücklicherweise regnete es aber, weshalb wir einen spontanen Waschtag einlegten und uns bei dem super Wifi in der Laundry mal um Kleinigkeiten kümmerten. Das war's eigentlich auch schon.

Um nicht komplett umsonst hierhergefahren zu sein, machten wir heute Vormittag trotz des Wetters noch einen kleinen Abstecher zum kilometerlangen Sandstrand (an dem wir dann wenigstens alleine waren) und lieferten anschließend unser Auto, für das wir für die 6 Tage/5 Nächte übrigens 190 € und etwa 20 € für den Sprit, dessen Preis staatlich reguliert ist, hingeblättert haben, am Flughafen in Johor ab. Hoffe das ging bzw. geht alles in Ordnung, wir sollten den Schlüssel nämlich nur in eine kleine Box werfen, da der Schalter nicht besetzt war. Wie sie das Auto auf dem nicht gerade kleinen Parkplatz wiederfinden wollen, frage ich mich ja schon. Aber Big Mama, die alte Matz, hat sicher alles im Griff. Weiter ging es dann mit dem Bus in die Stadt zum Memory Guesthouse, einer - so schien es zumindest auf den ersten Blick - ziemlichen Bruchbude, wo wir gleich sehr (!) freundlich begrüßt wurden. Die lieben Besitzer Roger und Gun ließen die Optik sehr schnell vergessen (deshalb wohl auch die super Bewertungen auf Hostelworld) und unser hellblauer Familyroom mit rosa Herzchenfleecedecke und gefährlich wackelndem Mega-Propeller an der Decke ist auch total in Ordnung. Zum Glück haben wir uns am Vorabend für dieses Zimmer entschieden, sonst müssten wir hier hinter Vorhängen auf dem Gang schlafen. Was man nicht alles vermieten kann. Aber selbst das hätte ich noch bei weitem lieber getan, als eins zweites Mal dieses Hotel in Port Dickson auch nur zu betreten - und wenn ich jetzt nochmal eine E-Mail von denen bekomme, ob ich denn dieses Scheißhaus recommenden will, zünd' i's o! So, zurück zu Johor Bahru. Insidertipp #1: Johor Zoo - der laut Roger billigste Zoo der Welt. Auch wenn ich absolut kein Zoofan bin, ließ ich mich von Alex überreden und so schauten wir uns in den etwas baufälligen Gehegen eben ein paar Viecher an. Für 0,40 €/Person kann man ja auch nicht viel falsch machen. Mehr würde ich aber dafür im Nachhinein auch nicht zahlen, schön ist was anderes. Aber immerhin ist der kleine Alexander zufrieden. Dafür musste er gerade nochmal mit mir losziehen, um eine Durian (Kotzfrucht, die hier in Asien sogar als Delikatesse gilt) zu essen. Nach langer Suche am Nachtmarkt war es im Einkaufszentrum dann soweit: EKELHAFT! Jetzt verstehe ich auch, warum in unserem Mietauto ein Schild mit "No Durian" klebte. Ansonsten ist das sehr islamische "JB" nicht besonders aufregend - die Muezzins können mit ihr'm Gschroar ganz schön nervtötend sein und als europäische Frau ohne Schleier hab ich mich hier abends zum Teil nicht so wohl gefühlt. Außerdem schwinden so langsam unsere Kräfte, das Sightseeing wird auf die Dauer ganz schön anstrengend. Morgen nehmen wir den Bus nach Singapur, worauf wir uns aber schon die ganze Zeit freuen. Ich hätt' etz auf jeden Fall gern an Schnaps auf des stinkerde Zeug!

Mittwoch, 20. September 2017

Tarzan And Jane.

Zwei Stunden antarktische Kälte auf der Tiomanferry und natürlich hatten wir keine warmen Klamotten dabei. Klimaanlage schön und gut, aber ich bin doch kein Hendl im Gefrierschrank. Durchgefroren ließen wir den restlichen Vormittag am Strand vor unserem Bungalow in Air Batang, im Volksmund ABC, verstreichen, um nochmal Kraft für die geplante Wanderung durch den Dschungel zu tanken. Am Strand vor unserem Bungalow - das hört sich wahnsinnig traumhaft an, ist es aber leider nicht ganz. Das Bett ist so hart, dass ich mich eigentlich auch gleich auf den Boden legen kann, Decken sind hier irgendwie Fehlanzeige und das schäbige Bad(eloch) einen Meter tiefer hat seinen Namen auch nicht verdient. Dafür gibt es an der Umgebung kaum etwas auszusetzen. Ruhig, entspannt, menschenleere Strände. Gut, der alte Bagger am Strand ist echt hässlich und ein bisschen heruntergekommen ist das hier schon alles, aber daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt.

Somit ging es mittags los über den Monkeybeach zur Monkeybay im Norden der Insel. Wie nicht anders zu erwarten, verliefen wir uns nach nicht einmal fünf Minuten schon das erste Mal und waren plötzlich zwischen riesigigen, runden, rutschigen Felsen gefangen, die Alex mit seinem "festen" Schuhwerk gleich mal zur Verweiflung brachten [Anm. Alex: Ja ja, schreib' ruhig dazu, warum wir uns verrannt haben!]. JA SORRY! Von den vielen Affen, die man hier auf der Strecke zu Gesicht bekommen soll, war dafür weit und breit nichts zu sehen. Nach ein paar "netten" Fotos am affenfreien und seelenruhigen Strand marschierten wir noch ein Häuschen weiter und landeten - wie sollte es auch anders sein - zum zweiten Mal mitten im Dschungel. In diesem Moment kam in mir schon das Gefühl der Gipfelkreuzsuche am Monteneu auf, des konn doch wohl niad woahr sa! Klappe Alex, du bist aber auch selbst schuld, wenn du dem Orientierungswunder die Führung überlässt. Letztendlich haben wir unser Ziel zwei Stunden, mehrere Stürze und eine Schürfwunde später dann doch noch erreicht. Wenigstens lag ich nicht die ganze Zeit auf dem Boden, Lang! Nachdem uns nach einer knappen Stunde wie aus dem Nichts auf einmal die erwarteten Affen regelrecht umzingelten, die bei mir zugegebenermaßen ein wenig Panik verbreiteten, machten wir uns flott wieder vom Acker. Ich musste nämlich ziemlich schnell feststellen, dass die kleinen Biester nicht so zu Scherzen aufgelegt sind und hatte dann nur noch Angst um meine Sachen. Zurück im ABC Chalet angekommen machten wir uns ausgehungert auf die Suche nach etwas Essbarem: Closed. Closed, please try later. Closed. Klasse, natürlich stand auch nirgends, wann die Restaurants wieder öffnen und zudem war kein Mensch in Sicht. Gefangen auf der Insel, wir werden hier verhungern. Um 19:00 Uhr war es dann aber endlich soweit (eventuell wegen dem Sonnenuntegang?) und wir hatten unser lang ersehntes Essen vor uns. Ich weiß ja nicht, was mit den Geschmacksnerven der Leute hier los ist oder ob sie überhaupt noch welche besitzen: Burn M*********er, Burn.


Dienstag, 19. September 2017

Gunung Ledang And The Pink Panther.

Frei nach dem Motto "Keine Texte können, aber trotzdem alles mitschrei'n" [Kraftklub] traten wir heute nach der bisher angenehmsten Nacht die lange Reise an die Ostküste an. Um nicht den ganzen Tag auf der Straße zu verbringen, spazierten wir Landesinneren zu einem kleinen Wasserfall im Gunung Ledang Nationalpark, der im Gegensatz zu den sonst üblichen Wassertemperaturen eine wohltuende Erfrischung bot. Hungrig kehrten wir dann kurz in einem kleinen und kaum besuchten  "Restaurant" (man kann die Blechhütte eigentlich nicht so nennen) an der viel befahrenen Bundesstraße Nähe Segamat ein, wo wir als Europäer und auch einzige Touris - ok, sagen wir im Allgemeinen Gäste - weit und breit auffielen und uns mit dem Chef des edlen Hauses, der eher einem eingeschüchterten Schüler am ersten Schultag glich, ablichten lassen mussten. Süß war er ja schon. Die letzten 3,5 Stunden verbrachten wir dann bei kurzzeitigem Monsunregen auf der weitestgehend sehr kurvigen, aber im Schnitt wirklich gut ausgebauten Rallystrecke und dachten schon, dass wir heute gar nicht mehr ankommen. Selbst die Scheibenwischer auf höchster Stufe hatten zwischenzeitlich nicht genug Power für die Massen an Wasser. Alex wurde die letzten 50 km zu allem Überfluss auch noch ganz übel - ich fühlte mich dagegen wie eine Rennfahrerin im Formel-1-Wagen. Das Mittagessen vom Schuljungen blieb aber zum Glück in seinem Magen, wäre auch schade um den Euro gewesen. In Mersing angekommen machten wir uns, wie auch schon in Malakka, auf die Suche nach Aftersun-Lotion für den roten Baron. In einer Farmasi wurde ihm dann nach kurzer Überlegung das malaiische Wundermittel schlechthin verabreicht: Pinker Zement aus Zinkoxid, Menthol und Calaminen für wohlgemerkt 1,20 €. Nach dem Auftragen lachten wir erst mal minutenlang Tränen. Also des wenn niad hülft, woaß i a niad! Weg mit der stinkerden Bobylotion! Weg mit dem Aloeveraglump! Leider möchte der jetzt pinke Panther nicht, dass die hübschen Fotos von ihm veröffentlicht werden ... und das ist zum Schutz der Allgemeinheit auch besser so. Zum Glück essen die Muslime hier kein Schwein.

Sonst gibt's heute nicht viel zu erzählen, außer, dass wir uns gerade noch bei der "Konditorei" nebenan für 2 € mit Unmengen an außergewöhnlichem Gebäck eingedeckt haben. Alex musste unbedingt den giftgrünen Kuchen haben, na dann an Gurd'n! Morgen geht's in aller Herrgottsfrüh um 06:00 Uhr mit der Fähre auf die Insel Tioman. Ich bin gespannt, ob das alles nach Plan verläuft, Hassan von der Rezeption unseres zum Glück einigermaßen geruchsneutralen Hotels hat uns eben irgendwie nicht so ganz folgen können. Wenn Alex' Spachtelmasse fest wird, kommen wir hier eh nicht mehr weg. Falls nicht, muss er sich morgen wohl eine Burka zulegen.

Montag, 18. September 2017

Don't Mess With Melaka.

Wir haben es überlebt. Unser kleines weißes Racingcar ebenso.

Unausgeschlafen und mit ziemlich schlechter Laune meinerseits düsten wir los Richtung Süden und machten nach einer kurzen Fahrt Halt an der Blue Lagoon und anschließend am Aussichtspunkt Cape Rachado auf der Halbinsel Tanjun Tuan, den wir bei morgendlichen 30 Grad erklommen. Wie die Ladies das in ihren langen Hosen, Longsleeves und Jacken aushalten, wird mir wohl ein Leben lang ein Rätsel bleiben. Auf dem Weg nach oben machten wir Bekanntschaft mit ein paar Malaien, für die wir wohl mehr Attraktion waren, als ihr eigentliches Ausflugsziel: "my friends, my friends, where are you from?" - "from Germany" - *lustvoll und ehrfürchtig* "oooh Germany [...] Özil, Özil!". Alles klar, hier wird good old Germany also mit Özil verbunden. Natürlich durften die zwei neuen friends dann am Gruppenfoto auch nicht fehlen. Komplett durchgeschwitzt beim Auto zurück, legten wir dann am nahegelegenen Strand noch einen Stop ein, um nach der (für mich) schrecklichen Nacht und der kurzen, aber trotzdem anstrengenden Tour nochmal durchzuschnaufen und ein bisschen zu entspannen. Da Alex aber innerhalb einer Stunde zu Mr. Krabs mutierte (das ist nicht mehr normal, schmier di hald ei, Bou!), machten wir uns entlang tausender malaysischen Flaggen und zwischen Ölpalmen soweit das Auge reicht auch schon wieder auf nach Malakka, malaiisch Melaka. Am Autofahren finde ich mittlerweile übrigens sogar Gefallen, mit dem Automatikgetriebe ist das ja direkt gmiatlich.

In der richtigen Straße gelandet und das Auto laut GoogleMaps schon an der richtigen Stelle geparkt, dürfte es doch dann auch kein Problem sein, das heute morgen noch schnell gebuchte Yote-Hostel (mit guten Bewertungen) zu finden. Noch blöder würd ich mich anstellen! Eigentlich sollte ich es besser für mich behalten, aber wir liefen einfach mal satte 15 Minuten hin und her, auf und ab, wo der Eingang unserer Unterkunft doch direkt neben der Fahrertüre unseres Flitzers gewesen wäre. Naja, gebracht hätte uns mehr Hirnleistung auch nichts, da die Rezeption erst wieder ab 15:00 Uhr besetzt und es erst 14:00 Uhr war. Deshalb gingen wir erst mal in Tripadvisors #1 Restaurant essen, wurden dort aber zum ersten Mal etwas enttäuscht. Zumindest war es wieder billig und der "Root Beer Float" (Root Beer mit Vanilleeis) wie auch die traditionell malaiischen "Kuih" (div. Desserts aus Reis ... oder so?) eine Erfahrung wert. Nach der lang ersehnten Dusche erkundeten wir dann noch ein bisschen die sehr von den Chinesen geprägte Stadt mit ihren zum Teil unglaublich kitschigen Seiten. Über den roten Platz marschierten wir hoch zur St. Pauls Church, bei der wir bei brütender Hitze den schönen Ausblick genossen und anschließend am Melaka River entlang zur Jonker Street, der bekanntesten Straße des Ortes, in der Fr - So ab 18:00 Uhr der gut besuchte Nachtmarkt stattfindet. Hier kann man nicht nur haufenweise Plastikglump kaufen, sondern sich vor allem auch an unterschiedlichste malaiische und chinesische Snacks heranwagen und wird - das muss man den Malaiien sehr positiv anmerken - im Gegensatz zu den Märkten in Thailand nicht ständig schräg von der Seite angelabert. Hier bekamen wir das bisher beste Essen (brown rice with satay) serviert. Worauf die Bewohner Malakkas nebenbei gesagt anscheinend sehr stolz sind, ist ihr "Father Of Bodybuilders In Malaysia", von dem man hier zahlreiche und riesige Statuen findet. Naja, warum auch nicht? Zurück beim Hostel parkten wir noch schnell das Auto um, da wir laut der netten Dame vom Hostel morgen (werktags) sonst ein Ticket hätten lösen müssen. WAS bitte soll dann dieser Strafzettel an der Windschutzscheibe? Es ist SONNTAG! Wasch laaabert die Alte von Yote? Herrschaftszeit'n, des konn niad ihr Ernst sa! Die 30 RM (~ 6 €) zohl'n ma sicha niad! Wir wüssten ja nicht mal wie!




PS: Zum Glück war Alex gerade nochmal beim Auto, um sein Buch zu holen,
die Ott hat nämlich das Licht brennen lassen.

Sonntag, 17. September 2017

Big Mama And The Honking Car.

Früh am Morgen (06:30 Uhr) ging es heute mit Roy zum Flughafen und nach 2 Stunden in der AirAsia-Maschine standen wir auch schon in Kuala Lumpur. Zu unseren Ungunsten landeten wir am kleineren der beiden Flughäfen und hatten deshalb erst mal Probleme, ein Mietauto für uns zu finden, weil dort alle ausgebucht waren. Auf das Angebot eines lokalen Anbieters wollten wir uns nicht einlassen und versuchten daher ziemlich angespannt unser Glück am International Airport, den wir zusammen mit einem heulenden Japaner mit dem Shuttlebus aufsuchten. Am liebsten hätte ich ihn gedrückt, die kleine Maus. Lovely Big Mama von Paradise Rental sorgte dort nach ein paar Minuten für Erleichterung und wir hatten unser Auto so gut wie in der Tasche. So gut wie. Die alte Granate hat mich gleich so verwirrt, dass ich meine PIN zweimal falsch eingegeben habe und daraufhin beinah an einem Herzinfarkt gestorben wäre. Ist aber nochmal gut gegangen, wie eigentlich alles bisher, toi, toi, toi. Zu dem Zeitpunkt fiel von Alex langsam die Anspannung ab - ich befand mich kurz vor Herzinfarkt #2. Da stand er also, unser Proton Saga. Na gut, dann fahren wir eben mal los. Ohne Navi. Wohin auch immer. Auf jeden Fall auf der "falschen" Seite. Die Ott. Aber mit Las Ketchup (Aserejé) am Radio kann ja gar nichts schiefgehen. 

Nach ca. einer Stunde sind wir tatsächlich in Port Dickson, 80 km südlich von Kuala Lumpur, angekommen und standen gleich vor der nächsten Herausforderung: WARUM UM ALLES IN DER WELT HUPT DIESES SCH... AUTO DIE GANZE ZEIT? Nach einer gefühlten Ewigkeit war zum Glück a Rouh und wir machten uns um 15:30 Uhr Nachmittag endlich mal auf die Suche nach etwas Essbarem. Und schon wieder was gelernt: "spicy" hießt hier auch wirklich verdammt spicy - mir brennt d' Gosch'n nach fünf Stunden einfach immer noch, hab' noch nie so scharf gegessen! Zurück beim Auto hatten wir, wie sollte es auch anders sein, wieder das gleiche Gestell, asflipp'n hätt i kinna! 20 Minuten später haben wir Spezialisten nach unzähligen Malen Tür auf, Tür zu, Kofferraum auf, Kofferraum zu, ... dann das System auch mal verstanden und konnten nach einem Abstecher am Strand in Ruhe vor dem absolut greislichen Mesra "Hotel" parken. Temperatur: 34; Geruch: -48. Dabei sind wir ja heute schon ziemlich greislich unterwegs. Im Gegensatz zu den verhältnismäßig unverschämten 14 € die Nacht waren unsere zwei Mahlzeiten mit Getränk mit nicht mal 4 € im (von Einheimischen) sehr gut besuchten Seafood-Restaurant aber wieder unschlagbar günstig. Jetzt sitzen wir nach einem kleinen Abendspaziergang am Strand vor unserem "noblen" Zimmer ohne Fenster (Hilfe, ich will da nicht rein!), bei dem wir gerade widerum 10 Minuten brauchten um zu verstehen, wie man diese komische Türe denn überhaupt zusperrt und bereuen ein wenig, nicht gleich nach Malakka gefahren zu sein, da die heruntergekommene und echt hässliche Stadt hier nicht besonders viel zu bieten hat. Irgendwie komisch, da man mit dem Tourismus aufgrund der Lage sicher gut Kohle machen könnte. Stattdessen sind wir hier gefühlsmäßig die einzigen Urlauber, die einzigen Weißen und ich die einzige Frau ohne Kopftuch.

Edit: Es ist gerade 03:12 Uhr und man hört irgendeinen brutalen Wasserfall aus dem ekligen Bad, bei dem man die Türe halb aushängen muss, um sie zu schließen. Wahrscheinlich saufen wir in der Bruchbude auch noch ab, gleich werden die Wassermassen unser Zimmer überfluten. Das ist heute hart an meiner Schmerzgrenze. Die weiße Wurst pennt seelenruhig neben mir und kann meine Sorgen nicht nachvollziehen, ich muss hier raus!


"aserejé ja deje dejebe tu dejebe 
sebi unuova majabi ande bugui ande güididipi"

Vorsicht Ohrwurmgefahr! [Anm. Alex: Halt' die Schnauze, Franzi!]