Seiten

Samstag, 30. Dezember 2017

Bundaberg.

Day 13
——————————

Bundaberg [Bundaberg Rum Distillery, The Barell] | Maryborough | Rainbow Beach


1st Stop: Bundaberg Distellery. Hauptsache wir waren als erstes dort, haben aber so viel getrödelt, dass wir doch erst in der zweiten Führung landeten. Letztendlich ging es um 10:30 Uhr mit Damian 1 und Damian 2 über das streng überwachte Gelände, wo sich das Geheimns der meilenweiten Zuckerrohrplantagen hier in der Gegend lüftete. Interessant zu sehen, wie Australiens bekanntester und beliebtester Rum, von dem übrigens nur ein Porzent exportiert wird, hergestellt wird, war es alle Mal, wenn auch die Tour an sich eher spektakulär ablief und man nicht besonders viel zu Gesicht bekam. Anschließend durften wir natürlich auch noch edle Tropfen unserer Wahl probieren, wobei der pure Rum im Gegensatz zu den Likören nicht wirklich unseren Geschmack traf. Da es Letzeren leider nur hier zu kaufen gibt, bleibt nach meiner Shoppingtour nur zu hoffen, dass der Zoll kein Auge auf mich wirft. 

2nd Stop: The Barrel. Nach unserem kurzen Rumtasting musste dringend etwas Antialkoholisches her (ja, mit uns ist mittlerweile auch nichts mehr los), weswegen wir noch einen Abstecher in der Ginger-Beer-Factory machten. Kurzerhand schlossen wir uns leicht angetrunken einfach der Gruppe an Leuten an, die gerade ihre schätzungsweise langweilige Führung für $12,50 Dollar beendeten und zum Probiertisch wechselten, und bekamen unsere kleinen Becher auch mit den verschiedensten Getränken gefüllt. Vielen Dank.

& sonst? Laundromat. Shopping bei ALDI. Mary Poppins Statue in Maryborough. Night in Rainbow Beach.

Freitag, 29. Dezember 2017

Mackay, Rockhampton And Agnes Water.

Day 10, 11 And 12
——————————

Cape Hillsborough | Mackay | Rockhampton | Agnes Water | 1770

 

Viel zu erzählen gibt es nicht wirklich. Wenig erfolgreiches Boxingday-Shopping und das Faulenzen am Strand sorgten für ein bisschen Abwechslung auf der sonst sehr zähen Strecke von Airlie Beach bis nach Agnes Water. Mackay, Rockhampton und die restlichen paar Örtchen dazwischen sind nicht der Rede wert. Nicht umsonst gilt der Bruce Highway als Fatigue Zone, in der Quizfragen auf den Straßenschildern und kostenloser Kaffee an fast allen Rastplätzen vor dem Einschlafen retten sollen. Heute war ein bisschen mehr Action angesagt, da wir uns mittlerweile am südlichen Ende des 2.700 km langen Great Barrier Reefs befinden und jetzt endlich gesurft werden kann. Im Norden hat das Riff nämlich leider alle Wellen abgefangen.



Dienstag, 26. Dezember 2017

Probably The Best Thing I Ever Did.

Day 8 And 9
——————————

Whitsunday Islands

Wenn du alleine am Deck eines Segelbootes sitzt, nach einem perfekten Tag den unglaublichen Sternenhimmel bewunderst und dir dabei die Tränchen in den Augen stehen, weil du dein Glück kaum fassen kannst, weißt du, dass du auch am Weihnachtsfest fernab von Familie und Freunden zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist. Der Segeltrip auf die Whitsundays hat mir mal wieder bewusst gemacht, dass es sich auszahlt, einfach mal seinem Gefühl zu folgen, Limitierungen nur im Kopf existieren und die Möglichkeiten schier grenzenlos sind. You can do whatever you want.

Angefangen beim Schnorcheln am Great Barrier Reef, wo direkt vor mir eine riesige Schildkröte auftauchte, über die traumhafte Whitehaven Bay, das Füttern der Adler, das (leider zuletzt vergebliche) Angeln nach den Haien neben unseres Bootes, bis hin zum Sonnenuntergang am offenen Meer, kann ich mich nicht erinnern, dass ich jemals schon zwei so wunderschöne Tage erleben durfte. Und ganz nebenbei gesagt war die Rundumversorgung im Gegensatz zu unserem eher weniger luxuriösen Campingalltag natürlich auch eine willkommene Abwechslung.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Very Merry Christmas.

Day 7
——————————

Bowen [Flagstaff Hill] | Airlie Beach


Merry Christmas. Irgendwie schon ein komisches Gefühl, heute, am Heiligabend am anderen Ende der Welt zu sitzen und rein gar nichts von der alljährlichen Weihnachtsstimmung mitzubekommen. Auch wenn ich im Laufe des Tages sehr oft an meine Lieben zuhause denken musste, bin ich auf der anderen Seite trotzdem froh, dem weihnachtlichen Stress und der „besinnlichen“, dunklen Zeit dieses Jahr entkommen zu sein. Der Zeitverschiebung sei es zu danken, dass ich den Heiligabend deutscher Zeit wohl fast verschlafen werde und mir somit zum Glück nicht noch mehr Gedanken über die Daheimgebliebenen machen muss, die beim 3-Gänge-Menü von Sternekoch Stefan (von wem auch sonst?) am Tisch sitzen und hoffentlich einen schönen Abend miteinander verbringen.

Weil ich schon wieder beim Essen bin: Bei uns gab es zur Feier des Tages wirklich leckeres Kangaroofilet mit unserer mittlerweile zum Standard gewordenen Gemüsepfanne. Mit Sicherheit können wir mit den Speisen zuhause nicht ganz mithalten, dafür sitzen wir hier voller Vorfreude auf unseren morgigen Segeltörn gemütlich am Strand, lassen den Abend wie sonst auch alle anderen vergehen und haben keinerlei Verpflichtungen. Nur zum Abspülen könnte jetzt bitte jemand vorbeikommen.

Samstag, 23. Dezember 2017

Townsville.

Day 7
——————————

Townsville [Castle Hill, Flinders Street, The Strand] | Home Hill [Best Rest Area Ever]



Da wir gestern abends zu faul und fertig waren, noch einen Campingplatz aufzusuchen, schlugen wir unser Rooftop-Zelt illegalerweise am Castle Hill auf. Ärger hat es zum Glück nicht gegeben, allerdings waren wir trotz neuer Kissen nach dem Aufstehen 100 Mal fertiger als vor dem Zubettgehen. Nachts weckten mich wieder einmal irgendwelche kranken Vögel und um 05:00 Uhr dann die Tratschtanten und -onkel, die massenweise auf den Berg pilgerten. Absolut verrückt, diese Völkerwanderung. Da ich eh schon wach war, schwang ich mich aus den Federn und spazierte auch zur Aussichtsplattform hoch, um den Sonnenaufgang zu sehen. Super, bewölkt. Dafür faszinierten mich die etlichen Läufer: 

Wie um alles in der Welt kann hier hochlaufen? Wie um alles in der Welt kann man hier um diese Uhrzeit hochlaufen? Wie um alles in der Welt kann man so unsportlich aussehen und es trotzdem bis hier hoch schaffen? Irgendwas stimmt hier nicht, mir haben die restlichen 300 Meter schon sowas von gereicht. Fitnesslevel -131. Unser Frühstück fiel dort oben daraufhin regnerisch aus - hier hat es in der kurzen Zeit einfach schon so oft geregnet, wie in Neuseeland über die ganzen fünf Wochen hinweg. Anschließend machten wir uns auf zum Strand, wo ich mir mal wieder selbst in den Arsch treten musste, um auch noch ein paar Kilometer zu laufen. Eine Absolute Qual bei der Hitze, weswegen das lächerliche Sporteln eigentlich nicht erwähnt werden sollte. Ansonsten war Christmasshopping im Sportgeschäft und Sonnenbaden angesagt. 


Freitag, 22. Dezember 2017

Finally Ready For The Next Adventure.

Day 6
——————————

Murray Falls | Mutarnee | Big Crystal Creek [Rockslides] | Townsville [The Strand, Castle Hill]


Nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch. Ein rundum schöner Tag am Big Crystal Creek und in Townsville, der mit Wein aus unseren exklusiven Plastikweingläsern beim Sonnenuntergang am Castle Hill und am Weihnachtsmarkt an der Promenade sein Ende nahm. Feste schmeißen können sie, die Australier und Neuseeländer, das muss man ihnen lassen. Es wird uns doch nicht noch ein kleiner Hauch von Weihnachtsstimmung ereilen? Jedenfalls komme ich jetzt auch mental mal langsam in Australien an und bin der Eastcoast gegenüber wieder ein bisschen positiver gestimmt. Dass die Windschutzscheibe unseres Autos irgendwie nicht ganz dicht ist, wir in der prallen Sonne relativ lange im Stau standen und so a alts Weibats am Parkplatz vor Coles und Kmart heute (leicht) unser Nummernschild geschrammt hat, hat unserer Laune keinen Abbruch getan.

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Falls Hopping And A Lot Of Driving.

Day 5
——————————

Mossman | Malanda Falls | Fig Tree | Millaa Millaa Falls | Zillie Falls | Ellinja Falls | Mission Beach | Tully


Irgendwie war das heute ein echt beschissener Tag. Die Wasserfälle waren nicht der Bringer, die Fahrerei nervte irgendwann ganz schön und unsere Untentschlossenheit war dann noch das Tüpfelchen auf dem i. Morgen sollten wir vielleicht mit mehr Plan durch die Gegend fahren und uns im Voraus Gedanken machen, wohin wir denn eigentlich wollen. Ich hoffe, dass man an den nächsten Stränden wenigstens ins Wasser gehen kann und es darüber hinaus wieder mehr (wirklich) Sehenswertes gibt. CamperMate, auf dich ist hier leider kein Verlass. Zumindest kann ich sie jetzt wenigstens beantworten, die Frage, was wir denn an Weihnachten machen werden: Vom 25. auf 26. geht’s mit dem Segelboot auf die Whitesundays. I‘m really looking forward.

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Cape Tribulation.

Day 4
——————————

Copperlode Dam | Palm Cove Jetty | Port Douglas | Daintree National Park [Cape Tribulation]


Wir haben sie überstanden, die erste Nacht auf dem ziemlich komischen Parkplatz südlich von Cairns. So ganz wohl habe ich mich dort nicht gefühlt und aufgrund der dummen Vögel und Grillen auch ziemlich bescheiden geschlafen. Nachdem wir unsere 1001 Sachen im Auto soweit organisiert und gefrühstückt hatten, ging es auf Empfehlung des netten, zuvorkommenden, alten Australiers, der hier anscheinend unter der Brücke lebt, zum Copperlode Dam. Viiiel schöner als das Cape Tribulation soll es dort sein. Ganz ehrlich? Was ist los mit dem? Die kurvige Strecke hätten wir uns sparen können, die Enttäuschung war groß. Bei unserem Stop am Palm Cove Jetty und in Port Douglas entschieden wir uns trotz alledem dazu, noch in den Daintree National Park, den ältesten Regenwald der Welt zu fahren, für die lächerliche Fähre über den Daintree River $27 zu zahlen und das Cape Trib aufzusuchen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es nicht besonders spektakulär dort war, aber wir schon Schlechteres gesehen haben. Wir sind wirklich schon zu verwöhnt, oh ja. Immerhin war das Gespräch mit dem Engländer aus Südafrika (what?), der am Strand wie wild nach Krebsen grub, ganz interessant und unterhaltsam. Was uns heute am meisten erfreute: Dieser Gasherd hat ordentlich Power, sodass wir während des Kochens nicht doch noch am Hungertod sterben müssen. Dou geiht wos.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Too Much Input.

Day 1, 2 And 3
——————————

Cairns

Was in den letzten 48 Stunden alles passiert ist, hätte eigentlich auch für zwei Wochen gereicht. Um das alles zu realisieren, brauche ich jetzt wohl erst mal ein paar Tage. Nach gefühlten zehn Stunden am Boden in der Flughafenhalle Christchurchs hob unser Flieger um 06:20 Uhr Morgens endlich ab und brachte uns über den großen Teich nach Brisbane. Die Australier sollten sich mal ein Beispiel an der Ukraine nehmen, umständlicher kann man den Transfer am Airport nämlich wirklich nicht gestalten. Einmal komplett aus- und Kilometer weiter im anderen Terminal wieder einchecken. Dieses Mal kein Messer im Handgepäck trotzdem wieder so ein Heckmeck, mein Gott. Letztendlich kamen wir um 12:05 Uhr (Ortszeit) in Cairns an und waren aufgrund der mehr oder weniger schlaflosen Nacht, der Zeitverschiebung und der drückenden Hitze ganz schön am Ende. Apropos Hitze: Wie soll ich hier die nächsten Wochen bloß überleben? Hilfe! Das knallt ja fast so schlimm wie am Angkor Wat in Kambodscha. Wie auch immer: Lasset das nächste Abenteuer beginnen! Wir brauchen ein Auto. Ein Auto in/bei Cairns. Ein Auto, das für drei Personen Platz bietet. Ein Auto, das nicht geklaut und keine hundert Strafzettel hat (hier bekommt nämlich „das Auto“ die Strafe, nicht der Besitzer). Ein Auto, das eine möglichst lange Rego und ggf. das Roadworthy Certificate besitzt. Sowas wird sich doch hoffentlich finden lassen ... schell finden lassen.

Den restlichen Tag verbrachten wir deshalb damit, den Automarkt auf Gumtree und in diversen Facebookgruppen auszuchecken und wurden sogar mehrmals fündig, nur leider hatte kaum wer Lust darauf, uns auf unsere Anfrage zu antworten. Ich kam mir schon wie bei einer der verzweifelten Wohnungssuchen in München vor und muss darüber hinaus sagen, dass ich bei unserem Abendspaziergang durch die Stadt, über den Nightmarket und an der Esplanande entlang fast heulen hätte können. Hätte mir in diesem Moment jemand angeboten, zurück nach Neuseeland zu reisen, wäre ich sofort in den Flieger gestiegen und hätte mir unseren Camper wiedergeholt. Partyvolk, Musik aus allen Löchern, Massage hier, Massage da, die nahezu unerträgliche Hitze - wo bin ich hier nur gelandet? Glücklicherweise kann ich eine Nacht später sagen, dass es zum Großteil daran lag, dass ich schlicht und einfach im Stehen einschlafen hätte können und soviel Action nach dem anstrengenden Tag definitiv zu viel des Guten war. Und dann ging plötzlich alles ratzfatz. Gestern (Montag) hatten wir um 08:30 Uhr schon die erste Besichtigung und ich mache es kurz: Uns war beiden im Voraus schon klar, dass wir das Auto kaufen, sofern nichts Gravierendes mehr dazwischenkommt und wir kein Topangebot mehr bekommen. Somit einigten wir uns vorläufig auf einen Preis für die Karre, bestanden aber noch auf einen Check in der Werkstatt und trafen uns heute Morgen beim Mechaniker um die Ecke wieder, um nicht die Katze im Sack zu kaufen. Die hätten wir uns mit Sicherheit zugelegt, wenn wir uns für den uralten, ekligen, schrottreifen Camper vom Franzosen entschieden hätten.

Zur Mittagszeit erreichte uns dann die Hiobsbotschaft: Das Auto ist in einem guten Zustand, nur der Zahnriemen muss (bald) gewechselt werden. Teure Angelegenheit, verdammt. Da wir leider wegen den Feiertagen und der Rutka etwas unter Zeitdruck stehen, versuchte ich beim Verhandeln nochmal das Bestmöglichtse rauszuholen (der doch etwas komische Dresdner Vorbesitzer hat kurzzeitig den Anschein gemacht, als würde er gleich zu weinen beginnen) und wusch - genau zwei Tage nach unserer Ankunft dürfen wir uns 4.650 € ärmer also Besitzer eines Toyota Landcruisers Prado Rv6 (4x4) nennen. Ab zur Anmeldung ins Department of Transport, Formulare ausfüllen, für den Mist nochmal $200 zahlen und schon kann es losgehen. Halt, diese Third Party Insurance sollten wir vielleicht auch noch abschließen, wer weiß, was noch alles auf uns zukommt. Wie solch Bürokram nur nervt. Jetzt aber LOS. Stop 1: Kmart, die noch fehlenden Utensilien wie Töpfe, Messer und Schüsseln kaufen. Stop 2: Liquorshop, denn nach der ganzen Aufregung muss eine kleine Pause bei einem kühlen Bier erstmal wieder Klarheit im Kopf schaffen. Stop 3: Coles, endlich wieder Hot Sauce and a Batzn Kaas. Stop 4: Tanken und einen Klumpen Eis für die Kühltruhe besorgen. 1 Liter Unleaded kostet hier derzeit übrigens im Schnitt 0,89 € (in NZ waren es ca. 1,25 €) - zum Glück nicht mehr, unsere Karre ist nämlich ein ganz schöner Schluckspecht. Jetzt müssen wir es nur noch zum Parkplatz schaffen und dieses Zelt am Dach aufbauen. Aber auch das sollten wir heute noch hinbekommen.

Sonntag, 17. Dezember 2017

Kia Kaha Christchurch And See You NZ.

Day 36 And 37
——————————

Christchurch


6.778 Kilometer und 5 Wochen später sitzen bzw. liegen wir mitten in der Nacht am Flughafen in Christchurch und können gar nicht glauben, dass das Kapitel Neuseeland schon wieder vorbei ist. Eigentlich will und brauche ich keine großen Worte mehr finden, ich denke die Bilder der letzten 37 Tage sprechen für sich selbst. Auch wenn wir unseren Camper mittlerweile im Großen und Ganzen wirklich liebgewonnen haben, war der Abschied mit der Aussicht auf eine saubere Dusche, ein bequemes Bett und eine großzügige Küche (die wir im Hostel heute über mehrere Stunden komplett einnahmen, um unsere restlichen Lebensmittel zu verarbeiten) kurz und schmerzlos. Schweren Herzens verlassen wir hingegen gleich das Land der langen weißen Wolke, wobei wir natürlich auch sehr gespannt auf our next adventure in Australia sind. Toi, toi, toi, dass dort auch alles so super läuft und wir schnell eine passende Karre für uns auftreiben. Das liegt mir im Moment zugegebenermaßen noch etwas im Magen. Sonst haben wir es uns heute in Christchurch nochmal gut gehen lassen und unseren letzten Tag bei strahlendem Sonnenschein in vollen Zügen genossen. Gleichzeitig war ich beim Schlendern durch die Stadt erstaunt und vor allem erschüttert, wie unterlegen wir der Gewalt der Natur doch sind. Eingestürzte Gebäude, leerstehende Häuser, Baustellen soweit das Auge reicht - die Auswirkungen des schweren Erdbebens im Jahr 2011, bei dem 185 Menschen umkamen, sind hier erschreckenderweise immer noch deutlich zu erkennen. Was für uns unvorstellbar ist, gehört für die Bewohner Christchurchs zum Alltag, die seit Jahren versuchen, mit allen Mitteln und voller Kreativität wieder Leben in ihre (Innen-)Stadt zu bringen.

„We learned that our true power didn‘t live in the walls we‘d built, but what we did when they came down. The earthquake awakened superpowers many of us didn‘t know we had. We said „Kia Kaha“ (be strong) and rediscovered our ability to create change.“

Für uns gab es heute gleich drei, eigentlich vier Highlights. Burger @ Bacon Brothers, Eis @ Rollickin Gelato und Muffins @ „Christmas For The City“. Das hört sich jetzt wieder an, als würden wir nur ans Essen denken, aber die ersten beiden Stationen darf man sich in Christchurch einfach nicht entgehen lassen und bei der riesen Weihnachtsfeier an der Universität konnten wir natürlich nicht widerstehen, neben zwanzig kleinen Kindern auch zwei Muffins zu dekorieren. Der dortige Auftritt der Dance & Stage School hätte wegen uns nebenbei gesagt den ganzen Abend andauern können - die Kostüme und in erster Linie der leicht schwule Typ im zwischen den ganzen Mädels waren einfach nur der Burner, ich musste so lachen. Die New Regent Street, den botanischen Garten, die Container Mall, die 185 Empty Cairs und die Transitional Cathedral will ich vor lauter Gerede ums Essen nicht unter den Tisch fallen lassen, typisches Sightseeing eben. UND: Wir waren in der Art Gallery Christchurchs, die mit dem riesen Schriftzug „Everything Is Going To Be Alright“ auch auf das Beben verweist und Mut machen soll. Aber: Ich bin ja kein Kenner, aber jemand, der sich beim stundenlangen Kneten von neun Blöcken Butter filmt, gehört sich für mich eher in die Weihnachtsbäckerei (Anm. Joe: oder in die Klapse) und nicht in eine Kunstausstellung. Über Kunst lässt sich bekanntlich streiten. Die letzten Stunden verbrachten wir eben noch in der Hostelküche, bei einem Kaffee der New Regent Street und in der Little High Eatery, bis wir um 23:45 Uhr den letzten Bus zum Flughafen nahmen. Ohne einen letzten Cent Bargeld in der Tasche gingen wir mal wieder volles Risiko ein und müssen uns im Zuge dessen beim Busfahrer bedanken, der uns kostenlos mitnahm. Wer würde auch zwei Mädels mitten in der Nacht am Busbahnhof stehen lassen? Ja, und jetzt liegen wir eben da und warten auf unseren Flug um 06:20 Uhr. Wenn wir nur schon in Cairns wären. „Kia Kaha“ ist die nächsten Stunden wohl auch für uns angesagt.