Jede lange Sekunde, jeder zähe Meter hat sich heute Vormittag definitiv ausgezahlt. Einfach nur beeindruckend. Und für uns nach dem armen Kambodscha und dem ländlichen Malaysia ein ganz schöner Kulturschock.
Über 4 Stunden brauchten wir heute mit Uber, Bus 1, Bus 2, U-Bahn und zu Fuß von Johor Bahru nach Singapur zu unserem Hostel - und dann standen wir fix und alle auch noch beim falschen BedsAndDreamsInn in der Temple Street, statt im Clarke Quay, das wir versehentlich gebucht haben. Ohne Essen im Bauch hätte ich mich erst einmal keinen Meter mehr bewegt, doch zum Glück konnte die temperamentvolle Big Mama #2 unsere Buchung so drehen, dass wir hier trotzdem ein 7-Bett-Zimmer beziehen durften. Gefesselt von den ersten Eindrücken machten wir uns gleich auf, beruhigten unsere Mägen und erkundeten fasziniert bis spät abends das sehr aufstrebende und fortschrittliche Singapur, die wahrscheinlich sauberste Stadt in ganz Asien oder sogar auf der ganzen Welt. Da hat jede Stadt Deutschland zum ersten Mal eindeutig das Nachsehen. Grund dafür sind die drakonischen und zum Teil kuriosen Gesetze und Verbote: Speisen und Getränke sind in allen öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln verboten, Alkohol darf in der Öffentlichkeit natürlich auch nicht konsumiert werden, wer Kaugummi kaut oder noch schlimmer auf den Boden spuckt, zahlt hier mal eben bis zu 1.000 € Strafe und außerdem bekommt man solchen überhaupt nur mit Rezept in der Apotheke. Mit den Regularien bezüglich des Rauchens will ich gar nicht anfangen und auch sonst sollte man sich hier einiges zu Herzen nehmen, um nicht hinter Gittern zu landen. Ohne Kaugummi, dafür mit spitzen Eiskaffee in der Hand, zogen wir zwischen Wolkenkratzern los durch die Chinatown bis hin zum Gardens by the Bay, einem großen, modernen, aber auch etwas kitschigen Parkgelände auf künstlich aufgeschüttetem Land. Neben den Supertrees findet man hier zwei mit Glas eingehauste Biotope: Den Cloud Forest und den Flower Dome, dem größten Glasgewächshaus der Welt. Wir haben uns gleich mal die volle Dröhnung gegeben und für S$28/Person beide besichtigt, weil der Zoo gestern gar so billig war. Die Architektur der Anlagen ist schon interessant, aber dieses Blumenzeug war gar nicht mein Fall und die Nachbildung der Vegetationszonen der Tropen im "Nebelwald" auch nicht so mega spannend. Aber man kann es sich schon mal anschauen. Am Rückweg genossen wir eine Zeit lang das Panorama und den Sonnenuntergang an der Promenande vor dem unglaublichen Marina Bay Sands mit dem spektakulärem Infinity Pool und schauten uns von der anderen Seite des Ufers dann noch die Lasershow an, bei der ich wirklich Gänsehaut bekam. Nach 16 gelaufenen Kilometern heißt es jetzt nur noch futtern, duschen, Bett, gute Nacht. Für morgen steht nämlich noch einiges auf dem Plan. Weitere Bilder folgen.
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