Frei nach dem Motto "Keine Texte können, aber trotzdem alles mitschrei'n" [Kraftklub] traten wir heute nach der bisher angenehmsten Nacht die lange Reise an die Ostküste an. Um nicht den ganzen Tag auf der Straße zu verbringen, spazierten wir Landesinneren zu einem kleinen Wasserfall im Gunung Ledang Nationalpark, der im Gegensatz zu den sonst üblichen Wassertemperaturen eine wohltuende Erfrischung bot. Hungrig kehrten wir dann kurz in einem kleinen und kaum besuchten "Restaurant" (man kann die Blechhütte eigentlich nicht so nennen) an der viel befahrenen Bundesstraße Nähe Segamat ein, wo wir als Europäer und auch einzige Touris - ok, sagen wir im Allgemeinen Gäste - weit und breit auffielen und uns mit dem Chef des edlen Hauses, der eher einem eingeschüchterten Schüler am ersten Schultag glich, ablichten lassen mussten. Süß war er ja schon. Die letzten 3,5 Stunden verbrachten wir dann bei kurzzeitigem Monsunregen auf der weitestgehend sehr kurvigen, aber im Schnitt wirklich gut ausgebauten Rallystrecke und dachten schon, dass wir heute gar nicht mehr ankommen. Selbst die Scheibenwischer auf höchster Stufe hatten zwischenzeitlich nicht genug Power für die Massen an Wasser. Alex wurde die letzten 50 km zu allem Überfluss auch noch ganz übel - ich fühlte mich dagegen wie eine Rennfahrerin im Formel-1-Wagen. Das Mittagessen vom Schuljungen blieb aber zum Glück in seinem Magen, wäre auch schade um den Euro gewesen. In Mersing angekommen machten wir uns, wie auch schon in Malakka, auf die Suche nach Aftersun-Lotion für den roten Baron. In einer Farmasi wurde ihm dann nach kurzer Überlegung das malaiische Wundermittel schlechthin verabreicht: Pinker Zement aus Zinkoxid, Menthol und Calaminen für wohlgemerkt 1,20 €. Nach dem Auftragen lachten wir erst mal minutenlang Tränen. Also des wenn niad hülft, woaß i a niad! Weg mit der stinkerden Bobylotion! Weg mit dem Aloeveraglump! Leider möchte der jetzt pinke Panther nicht, dass die hübschen Fotos von ihm veröffentlicht werden ... und das ist zum Schutz der Allgemeinheit auch besser so. Zum Glück essen die Muslime hier kein Schwein.
Sonst gibt's heute nicht viel zu erzählen, außer, dass wir uns gerade noch bei der "Konditorei" nebenan für 2 € mit Unmengen an außergewöhnlichem Gebäck eingedeckt haben. Alex musste unbedingt den giftgrünen Kuchen haben, na dann an Gurd'n! Morgen geht's in aller Herrgottsfrüh um 06:00 Uhr mit der Fähre auf die Insel Tioman. Ich bin gespannt, ob das alles nach Plan verläuft, Hassan von der Rezeption unseres zum Glück einigermaßen geruchsneutralen Hotels hat uns eben irgendwie nicht so ganz folgen können. Wenn Alex' Spachtelmasse fest wird, kommen wir hier eh nicht mehr weg. Falls nicht, muss er sich morgen wohl eine Burka zulegen.
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