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Donnerstag, 12. Oktober 2017

The Principality Of Hutt River And Pink Lake.

Zwar hätte auf dem verlassenen "Campingplatz" heute Morgen Duschen gegeben, allerdings kam aus allen Wasserhähnen nur Salzwasser und somit musste Katzenwäsche reichen. Zusammen mit geschätzten 2.000 Fliegen machten wir uns auf den Weg nach Geraldton, wo wir an einem Parkplatz direkt am Strand zu Mittag aßen. Ich habe dort die Chance genutzt und bin kurz unter die Dusche gehüpft. Natürlich nur kaltes Wasser, dafür aber überraschend sauber. Gestern Abend entschieden wir uns dazu, unsere Tour spontan zu ändern und - Gott sei Lob und Dank - nicht in ein Museum in Geraldton zu gehen, sondern The Principality Of Hutt River anzusteuern. Hört sich genauso seltsam an, wie es letztendlich ist. Ein 75 km^2 großer "Staat im Staat", der seit 1970 besteht und dem sage und schreibe 23 permanente Einwohner angehören. Der 94-jährige Gründer und Regierungschef Prince Leonard hatte kurz gesagt einfach keinen Bock mehr darauf, Steuern zu zahlen und gründete mal eben sein eigenes Fürstentum. Hutt River wird zwar offiziell nicht als unabhängiger Staat anerkannt, allerdings übt der australische Staat keine Staatsgewalt mehr auf dem Gebiet des Fürstentums aus. Um überhaupt "einreisen" zu dürfen, mussten wir uns ein Visum für $2 abholen. Ja, mehr Show als alles andere. Bei einer kurzen Führung zeigte und der Prinz höchstpersönlich und ganz stolz die Vitrinen voll mit Hinterlassenschaften von den Besuchern seines Landes: Personalausweise, Reisepässe, Aufnäher, Briefe, Anhänger, ... überwiegend von Deutschen, was ist da los? Er meinte, dass irgendwer einmal damit anfing und sich die Sachen so über die Jahre angesammelt haben. Und dann waren auch noch diese verwirrenden, abgefahrenen Theorien, die sich alle um die Zahl 91 drehen. Das war mir definitiv zu hoch. Leonard war auf jeden Fall sehr überzeugt von seiner Weltanschauung - ein Gespräch zwischen ihm und R. Trump wäre mir definitiv ein paar Dollar wert. Verrückt.



Genug gesehen, genug gehört, der klasse Stempel ist im Reisepass, weiter geht's. Was mich nebenbei gesagt im Moment ein bisschen nervt, ist, dass es mir teilweise echt schwer fällt, den Gesprächen zu folgen, weil hier - bis auf die bereits zu Genüge erwähnten Asiatinnen natürlich - alle Native Speaker sind. Dafür läuft aber in der Regel gute Musik im Bus, ist schon ganz lässig mit der orangen Kiste rumzugurken. Kurz vor der Lucky Bay, wo wir heute nächtigen, hielten wir noch beim Pink Lake. Warum das Wasser so pink ist? Gute Frage, das müsste ich jetzt nachlesen. Ich glaube, dass das nicht mal zu 100 % wissenschaftlich belegt ist. Es hat auf jeden Fall mit dem sehr hohen Salzgehalt, irgendwelchen Bakterien und der Sonneneinstrahlung zu tun. Soweit so gut, 30 Minuten später hieß es wieder Zelt aufbauen. Bei einer Windgeschwindigkeit an die 14 km/h und zwischen den Dünen sitzend ist das ja ein Kinderspiel. Pünktlich zum Sonnenuntergang haben wir das Ganze noch über die Bühne gebracht und sind über den Hügel zum Strand spaziert. Mal wieder ein Moment, in dem ich gerne schnell ein paar Leute zu mir gebeamt hätte, die mir wichtig sind und mit denen ich all die Eindrücke teilen kann.


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