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Mittwoch, 11. Oktober 2017

Pinnacles.

Eigentlich bin ich ja eher der Typ, der bei wichtigen Angelegenheiten lieber zwei Stunden zu früh als eine Sekunde zu spät am Treffpunkt ist und am Abend davor alle Zeiten und Pläne noch zehnmal durchgeht, doch heute Morgen habe ich mal eine Punktlandung vom Feinsten hingelegt. Ich muss aber auch dazu sagen, dass mir der Zug in Fremantle vor der Nase wegfuhr, ich mit meinem Rucksack aber einfach nicht schneller gehen konnte. Was mich dabei nur überrascht hat, war meine absolute Gelassenheit, obwohl ich eigentlich schon drei Züge vorher starten wollte. Zwei Minuten vor halb 10 habe ich es dank des Busses, der mich ein paar 100 Meter mitgenommen hat, noch pünktlich zum angegebenen Backpackerhostel in Perth geschafft und da ich die letzte war, ging es auch direkt los. Mit an Bord drei Asiatinnen. Wobei ... also zwei sind es auf jeden Fall, bei der anderen bin ich mir noch nicht so ganz sicher, ob sie ein Männlein oder Weiblein ist, das muss ich im Laufe der Tage noch herausfinden. Der Ching-Chang-Chong-Name hilft mir leider gerade auch nicht weiter. Wie sollte es auch anders sein: Alle drei haben einen weinroten Frachtcontainer dabei. Die gab es wohl bei denen im Sonderangebot. 

Erst mal zu Aldi, dem mit Abstand am günstigsten Supermarkt hier. Lebensmittel für knapp $450 sollen uns 13 Leute also die zehn Tage über die Runden bringen, ich bin gespannt. Kurzzeitig dachte ich dann schon, dass ich die nächste Woche auf dem Trockenen sitze, aber Halt Nummer zwei war zum Glück der Bottleshop um die Ecke. Feine Sache, dass sich jeder erst mal eine Box Bier oder zwei, drei Flaschen Wein geschnappt hat, gefällt mir. Ok, außer die mit den etwas schmäleren Augen (das ist nicht böse gemeint, bitte nicht falsch verstehen). Vielleicht haben sie ja ihre Koffer auch voll mit Bier und Schnaps gepackt, abwarten. Ich habe auf jeden Fall zum Hammer N Tongs Draught gegriffen, das war mit $30 für 30 x 0,3 L am günstigsten. Unser Ziel heute: The Pinnacles. Natürlich habe ich mir im Voraus schon ein paar Bilder im Internet angeschaut, wurde aufgrund dessen aber leider ein bisschen (arg) enttäuscht. Das Wetter war nicht der Burner, ja, aber auf Google haben die Felsen trotzdem bei Weitem beeindruckender ausgesehen. Weiter zum Campingplatz, Zelte aufbauen. Becci und ich schafften es genau noch vor dem Regenschauer, Fotofinish Nummer zwei für heute. Fünf Minuten später watschelten die etwas unbeholfenen wirkenden Asiatinnen dann wie begossene Pudel in den trockenen Bus, bei deren Anblick ich etwas grinsen musste, es hat wirklich lustig ausgesehen. Geholfen haben wir Kameradenschweine natürlich nicht, aber zu dritt wird man doch wohl ein Zelt aufbauen können. Es folgte ein Kennenlernspiel, das meiner Meinung nach ausnahmsweise mal nicht ganz so lächerlich ist und ich mir deshalb merken muss: two truths, one lie about yourself. 

Asiatin 1 (sorry, wir wären wieder bei der Sache mit den Namen) in sehr sehr schlechtem Englisch: "I am 26. I love drinking water. It is the first time that I am abload, abbbload, aaaboooad.". In dem Moment musste ich an Stefans Witz denken: "Ich habe gloßes Geheimnis - RRR!". Dass die letzte Aussage wahr ist, war mir sofort klar. Bei den anderen zwei Behauptugen hoffte ich insgeheime, dass sie das Spiel nicht so ganz verstanden hat und beide falsch sind. Das Ende vom Lied ist aber, dass die süße Maus mit ihrem witzigen Bob-Haarschnitt "erst" 22 ist, aussieht wie 12 und es also - sagen wir mal - "mag" Wasser zu trinken. Ok. Nach dem Essen (ein Lob an die Küche für das grüne Curry; wenn ich jetzt jeden Tag bekocht werde, finde ich Gefallen am Campen) folgte noch eine Runde KingsCup/The Circle. Sie trank wirklich Wasser, macht Sinn bei dem Spiel. Anschließend fiel ich todmüde ins Bett. Also auf meine Isomatte. Mit zwei Schlafsäcken war es glücklicherweise nicht so kalt und die Regenwolken waren in der Zwischenzeit auch weitergezogen. Übrigens ein faszinierender Sternenhimmel. Michael, da kann deiner im Zimmer nicht mithalten.

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