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Samstag, 10. Februar 2018

AAAH.

Day 55
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Melbourne [ABS Mechanics, Collingwood, Victoria Market]

Nervös machten wir uns heute Morgen auf dem Weg zur Werkstatt und waren dort extra schon eine halbe Stunde früher als geplant vor Ort, damit uns der Mechaniker nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht und vor den Jungs ein Wort über den Zahnriemen verliert, der eventuell zeitnah mal gewechselt werden sollte. Leider musste aber die Windschutzscheibe noch gewechselt werden, sodass wir uns die Zeit in Collingwood bei einem Kaffee vertreiben „mussten“. Was etwas ungünstiger war, als die gemütlichen aber auch irgendwie nervenaufreibenden zweieinhalb Stunden im alternativen Café war die Tatsache, dass Vicroads um 17:30 Uhr seine Pforten schließt und wir darüber hinaus zur Feier des Autoverkaufs einen Tisch zum All-You-Can-Eat Sushiessen reserviert hatten. Mit der Übergabe unseres Flitzers klappte es aber somit heute wieder nicht, da wir die Nummernschilder bei der Zulassungsstelle abgeben müssen, um endgültig raus aus der Sache zu sein. Mich persönlich hat das Ganze in den letzten Stunden glaube ich mehr belastet als Joe und Jenny - ich hatte kurzzeitig schon gar keinen Bock mehr, überhaupt Essen zugehen und hätte nach der Diskussion mit den beiden Jungs am liebsten geheult, weil ich kaum mehr klar denken konnte und mich das alles wahnsinnig machte. Diese fand übrigens wieder am Victoria Market statt. Also. Problem 1: Wir haben keinen Parkplatz beim Hostel und wollen eigentlich auch nicht für die nächsten Tage dafür aufkommen. Problem 2: Das Auto läuft noch auf meinen Namen und darüber hinaus haben wir noch keinen Cent dafür gesehen. Problem 3: Der Vater des jungen Burschens hat ihm angeblich einfach mal eben 40.000 - Ja, richtig gelesen, VIERZIGTAUSEND - Euro abgebucht und sein Konto bis auf $50 geleert. Alles klar, braucht es noch Worte? Problem 4: In 45 Minuten läuft unsere Zeit beim All-You-Can-Eat und wir brauchen mindestens eine halbe Stunde dorthin. Entscheidung 1: Wir fahren mit dem Auto zum Restaurant und treffen uns um 20:30 Uhr wieder beim Victoria Market, bis dahin der liebe Oliver Wolfgang Claus Kaspar dann vielleicht mal seinen Vater bezüglich der Kohlen kontaktiert hat. Gesagt, getan. Dass Essen war gut, aber nicht überragend und definitiv zu viel. Wenigstens konnte ich danach wieder einigermaßen klare Gedanken fassen. Aber lieber Gott im Himmel, warum macht diese dumme Karre jetzt wieder so bescheidene Geräusche beim Lenken? Diese Servolenkflüssigleit (oder wie auch immer man dieses Zeug nennt) muss doch noch wo auslaufen. Entscheidung 2: Auch wenn die zwei Abiturienten im Vorfeld von irgendwelchen Rausschmissen diverser Hostels erzählten, kamen sie mir nicht vor, als würden sie es riskieren, mit dem Auto irgendeinen Mist zu bauen, weshalb ich mein vollstes Vertrauen in sie legte und wir ihnen das Auto heute schon einmal überließen, nachdem wir den Kontoauszug vom „Papa“ zu sehen bekamen. Sie versicherten uns zwar, schnurstracks zu einem kostenfreien Parkplatz zu fahren und es anschließend bis Montag nicht mehr anzufassen, was ich ihnen auch durchaus glaubte, trotzdem fühlte ich mich bei der Sache nicht zu 100 Prozent wohl. Sollte irgendwas passieren, bin ich auf „gut Deutsch gesagt“ der Arsch. Wie auch immer, diese Lösung schien für uns alle einfach am vernünftigsten. Für die nächsten paar Minuten heißt es jetzt also beten, dass sie es ohne Unfall zum Parkplatz schaffen ... und das mit der Lenkung unbemerkt bleibt. Aber ... das Auto kommt frisch aus der Werkstatt und ist soweit durchgecheckt, Mechaniker sind wir nunmal auch nicht. Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts. Weder von der Lenkung, noch vom Zahnriemen. Der härteste Roadworthycheck in ganz Australien ist bestanden, end of story.

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