Day 15 And 16
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Fraser Island [Champagne Pools, Cape Sandy Lighthouse, Pinnacles, Maheno Wreck, Eli Creek]
Als K‘gari (Paradies), wie die Aborigines es tun, würde ich Fraser Island nach unserem 3-tägigen Aufenthalt nicht bezeichnen. Gott sei Lob und Dank, dass wir heute am frühen Abend endlich wieder Festland betreten konnten. Resümee nach knappen 300 Kilometern: Ein kaputter Reifen, tausend verlorene Nerven und Trilliarden Sandkörner.
Nach den gestrigen kleinen Anlaufschwierigkeiten waren wir heute guter Dinge und fuhren entlang des Seventy Five Mile Beachs im Osten der Insel über die Champagne Pools bis zum Sandy Cape Lighthouse an der nördlichen Spitze. Soweit so gut, es war wirklich genial, mit dem Auto über den breiten Strand zu brettern. Doch dann war da dieser Rückweg. Dieser absolut bescheidene Rückweg. Aufgrund der Flut mussten wir relativ weit im Norden, wo man auch die riesigen Sanddünen zu Gesicht bekommt, etwas vom Strand abweichen und im weicheren Sand einen kleinen Hügel bezwingen. Ein Satz mit X: Das war wohl nix. Versuch Nummer 1 war aber immerhin vielversprechend, sodass wir einen zweiten wagten und uns kurzzeitig freuten, den kleinen Anstieg bewältigt zu haben. Zu früh gefreut: Es stand mal wieder Abschleppen auf dem Plan. Leider war auch der anschließende Versuch Nummer 3 vergeblich und damit ging die ganze Story eigentlich erst richtig los. Mittlerweile versammelten sich schon einige Australier an der „Problemstelle“ (wir waren nicht die einzigen, die hier verzweifelten, nur zur Info) von denen Team Sydney versuchte, irgendwelche Plastikschienen unter die Reifen zu graben, um uns aus unserer misslichen Lage zu befreien. FAIL. Team Brisbane kam mit langem Abschleppseil und großem Gefährt, dass uns die letzten Zentimeter über die Düne ziehen sollte. So, und genau JETZT war das Disaster perfekt. Dieser angetrunkene, bekiffte, rothaarige (!) Heini wollte uns in der Rechtskurve um die Ecke ziehen, zog uns aber stattdessen (logischerweise) noch mehr in die hohe Düne auf der rechten Seite. Was dabei herauskam, will ich gar nicht beschreiben.
Zunächst saß ich im Auto, schaute in fünf, sechs, sieben geschockte Gesichter und bekam leichtes Herzrasen, weil ich mir kurzzeitig dachte, dass jetzt alles am Arsch ist und wir unsere Karre nie wieder von dieser Insel bringen. *sehr angespannt* „Ihr habt keinen Reservereifen, oder?“ - „Äh, doch?“ - *locker flockig* „Aaah, na daaann!“. Na daaann? NA DANN? Wir stecken gefühlsmäßig komplett in einem riesen Sandhaufen, der Reifen ist bis oben hin eingegraben - ach, was sag‘ ich, welcher Reifen überhaupt? Alles klar, macht euch erst mal alle eins auf, schaut ein bisschen unser Auto an, setzt euch hin und wartet auf bessere Zeiten. Hallo? Danke, jetzt hab’ ich wenigstens auch ein kühles Bier in der Hand. Nach gefühlten zwei Stunden war es dann soweit: Team Sydney hat es nach unzähligen Versuchen - aber ohne kaputten Reifen - irgendwie über den Hügel geschafft, Team Brisbane zog uns die 30 Meter zurück auf den etwas festeren Strand, wo wir im Schneckentempo zum nördlichsten Campingabschnitt zurückrollten, in dem die Jungs ihr Lager für zwei Wochen aufgeschlagen hatten. Als wäre das nicht schon genug, mussten wir jetzt das Auto noch irgendwie vor der Flut in Sicherheit bringen, die sich schon deutlich bemerkbar machte. Wie viele Versuche hier wiederum nötig waren, kann ich gar nicht mehr sagen, ich will auch gar nicht mehr darüber nachdenken. Und auch hier bekamen wir wieder das australische Gemüt zu spüren. Das Auto stand schon fast im Meer und was macht unser rothaarige „Retter“? Genau, zieh‘ dich aus und geh‘ erst einmal eine Runde plantschen. Der Rest der Truppe war - wie sollte es anders sein - wieder gut mit Bier und/oder Schnaps eingedeckt und beobachtete die Situation aus immerhin 10 Metern Ferne. Ich krieg die Krise, gleich entreißt uns das Meer unser Auto und wir sitzen wirklich für immer auf dieser sch... Insel fest. In letzter Sekunde schafften wir es gerade noch, über die Kante auf sicheres Land zu fahren und konnten erstmal kurz aufatmen. Um den Abend perfekt zu machen, dachte sich der Liebe Wettergott nämlich, dass er jetzt auch nochmal alles gibt und uns einen halben Tsunami vorebeischickt. Da half wirklich nur noch Alkohol, sodass wir letztendlich mit zehn Australiern, die unterschiedlicher nicht sein hätten können, unter ihren XXL-Pavillion krochen und bei Bier und Fireball an ihrer selbstgebauten Bar versuchten, das Ganze irgendwie zu verarbeiten. Da standen wir also, wie zwei begossene Pudel, nervlich am Ende, gefangen am Ende Frasers (und gefühlt am Ende der Welt), ohne Klo, ohne Dusche, ohne Strom, ohne Handyempfang und angeschnitten vom restlichen Teil der 124 Kilometer langen Insel.
Zunächst saß ich im Auto, schaute in fünf, sechs, sieben geschockte Gesichter und bekam leichtes Herzrasen, weil ich mir kurzzeitig dachte, dass jetzt alles am Arsch ist und wir unsere Karre nie wieder von dieser Insel bringen. *sehr angespannt* „Ihr habt keinen Reservereifen, oder?“ - „Äh, doch?“ - *locker flockig* „Aaah, na daaann!“. Na daaann? NA DANN? Wir stecken gefühlsmäßig komplett in einem riesen Sandhaufen, der Reifen ist bis oben hin eingegraben - ach, was sag‘ ich, welcher Reifen überhaupt? Alles klar, macht euch erst mal alle eins auf, schaut ein bisschen unser Auto an, setzt euch hin und wartet auf bessere Zeiten. Hallo? Danke, jetzt hab’ ich wenigstens auch ein kühles Bier in der Hand. Nach gefühlten zwei Stunden war es dann soweit: Team Sydney hat es nach unzähligen Versuchen - aber ohne kaputten Reifen - irgendwie über den Hügel geschafft, Team Brisbane zog uns die 30 Meter zurück auf den etwas festeren Strand, wo wir im Schneckentempo zum nördlichsten Campingabschnitt zurückrollten, in dem die Jungs ihr Lager für zwei Wochen aufgeschlagen hatten. Als wäre das nicht schon genug, mussten wir jetzt das Auto noch irgendwie vor der Flut in Sicherheit bringen, die sich schon deutlich bemerkbar machte. Wie viele Versuche hier wiederum nötig waren, kann ich gar nicht mehr sagen, ich will auch gar nicht mehr darüber nachdenken. Und auch hier bekamen wir wieder das australische Gemüt zu spüren. Das Auto stand schon fast im Meer und was macht unser rothaarige „Retter“? Genau, zieh‘ dich aus und geh‘ erst einmal eine Runde plantschen. Der Rest der Truppe war - wie sollte es anders sein - wieder gut mit Bier und/oder Schnaps eingedeckt und beobachtete die Situation aus immerhin 10 Metern Ferne. Ich krieg die Krise, gleich entreißt uns das Meer unser Auto und wir sitzen wirklich für immer auf dieser sch... Insel fest. In letzter Sekunde schafften wir es gerade noch, über die Kante auf sicheres Land zu fahren und konnten erstmal kurz aufatmen. Um den Abend perfekt zu machen, dachte sich der Liebe Wettergott nämlich, dass er jetzt auch nochmal alles gibt und uns einen halben Tsunami vorebeischickt. Da half wirklich nur noch Alkohol, sodass wir letztendlich mit zehn Australiern, die unterschiedlicher nicht sein hätten können, unter ihren XXL-Pavillion krochen und bei Bier und Fireball an ihrer selbstgebauten Bar versuchten, das Ganze irgendwie zu verarbeiten. Da standen wir also, wie zwei begossene Pudel, nervlich am Ende, gefangen am Ende Frasers (und gefühlt am Ende der Welt), ohne Klo, ohne Dusche, ohne Strom, ohne Handyempfang und angeschnitten vom restlichen Teil der 124 Kilometer langen Insel.
Bei dem Gewitter, welches die Jungs, die mittlerweile zum sechsten Jahr infolge hier ihren Urlaub verbringen, hier noch nie in diesem Ausmaß erlebt haben, war das Aufbauen unseres Zeltes natürlich etwas ungünstig, weswegen wir die Nacht - als wäre es für heute nicht schon genug gewesen - auch noch im Auto verbringen mussten. Sehr früh am Morgen waren wir daher schon wieder wach, machten aber beim Anblick unseres total mit Sand gefüllten Autos und des Meeres trotz leichten Katers schnell große Augen. Aufgrund des Unwetters und des Vollmondes war die Flut dementsprechend stark, dass die Dünen an der Kante unseres Platzes zu brechen begannen und der vordere Teil unseres Campingabschnitts schon unter Wasser stand. Gleichzeitig wurde so viel Sand ins Meer gespült, dass ganze Bäume entwurzelt wurden und uns den späteren Weg über den Strand versperrten. Ich will hier einfach nur wieder weg, ist das denn zu viel verlangt? Nachdem das kleinere Übel, die Trilliarden Sandkörner mehr schlecht als recht aus dem Auto gekehrt waren, war daher erstmal Warten angesagt. Glücklicherweise waren die lieben Australier auch schon früh wach (oder besser gesagt immer noch wach), dass der Reifenwechsel schnell über die Bühne ging und wir es mittags bei nahender Ebbe tatsächlich schafften, einen kleinen Weg auf dem festen Strandabschnitt freizuschaufeln. Ab die Post und jetzt bitte nicht noch mehr Action. Was für ein holpriger Start ins neue Jahr.
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