Day 1, 2 And 3
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Cairns
Was in den letzten 48 Stunden alles passiert ist, hätte eigentlich auch für zwei Wochen gereicht. Um das alles zu realisieren, brauche ich jetzt wohl erst mal ein paar Tage. Nach gefühlten zehn Stunden am Boden in der Flughafenhalle Christchurchs hob unser Flieger um 06:20 Uhr Morgens endlich ab und brachte uns über den großen Teich nach Brisbane. Die Australier sollten sich mal ein Beispiel an der Ukraine nehmen, umständlicher kann man den Transfer am Airport nämlich wirklich nicht gestalten. Einmal komplett aus- und Kilometer weiter im anderen Terminal wieder einchecken. Dieses Mal kein Messer im Handgepäck trotzdem wieder so ein Heckmeck, mein Gott. Letztendlich kamen wir um 12:05 Uhr (Ortszeit) in Cairns an und waren aufgrund der mehr oder weniger schlaflosen Nacht, der Zeitverschiebung und der drückenden Hitze ganz schön am Ende. Apropos Hitze: Wie soll ich hier die nächsten Wochen bloß überleben? Hilfe! Das knallt ja fast so schlimm wie am Angkor Wat in Kambodscha. Wie auch immer: Lasset das nächste Abenteuer beginnen! Wir brauchen ein Auto. Ein Auto in/bei Cairns. Ein Auto, das für drei Personen Platz bietet. Ein Auto, das nicht geklaut und keine hundert Strafzettel hat (hier bekommt nämlich „das Auto“ die Strafe, nicht der Besitzer). Ein Auto, das eine möglichst lange Rego und ggf. das Roadworthy Certificate besitzt. Sowas wird sich doch hoffentlich finden lassen ... schell finden lassen.
Den restlichen Tag verbrachten wir deshalb damit, den Automarkt auf Gumtree und in diversen Facebookgruppen auszuchecken und wurden sogar mehrmals fündig, nur leider hatte kaum wer Lust darauf, uns auf unsere Anfrage zu antworten. Ich kam mir schon wie bei einer der verzweifelten Wohnungssuchen in München vor und muss darüber hinaus sagen, dass ich bei unserem Abendspaziergang durch die Stadt, über den Nightmarket und an der Esplanande entlang fast heulen hätte können. Hätte mir in diesem Moment jemand angeboten, zurück nach Neuseeland zu reisen, wäre ich sofort in den Flieger gestiegen und hätte mir unseren Camper wiedergeholt. Partyvolk, Musik aus allen Löchern, Massage hier, Massage da, die nahezu unerträgliche Hitze - wo bin ich hier nur gelandet? Glücklicherweise kann ich eine Nacht später sagen, dass es zum Großteil daran lag, dass ich schlicht und einfach im Stehen einschlafen hätte können und soviel Action nach dem anstrengenden Tag definitiv zu viel des Guten war. Und dann ging plötzlich alles ratzfatz. Gestern (Montag) hatten wir um 08:30 Uhr schon die erste Besichtigung und ich mache es kurz: Uns war beiden im Voraus schon klar, dass wir das Auto kaufen, sofern nichts Gravierendes mehr dazwischenkommt und wir kein Topangebot mehr bekommen. Somit einigten wir uns vorläufig auf einen Preis für die Karre, bestanden aber noch auf einen Check in der Werkstatt und trafen uns heute Morgen beim Mechaniker um die Ecke wieder, um nicht die Katze im Sack zu kaufen. Die hätten wir uns mit Sicherheit zugelegt, wenn wir uns für den uralten, ekligen, schrottreifen Camper vom Franzosen entschieden hätten.
Zur Mittagszeit erreichte uns dann die Hiobsbotschaft: Das Auto ist in einem guten Zustand, nur der Zahnriemen muss (bald) gewechselt werden. Teure Angelegenheit, verdammt. Da wir leider wegen den Feiertagen und der Rutka etwas unter Zeitdruck stehen, versuchte ich beim Verhandeln nochmal das Bestmöglichtse rauszuholen (der doch etwas komische Dresdner Vorbesitzer hat kurzzeitig den Anschein gemacht, als würde er gleich zu weinen beginnen) und wusch - genau zwei Tage nach unserer Ankunft dürfen wir uns 4.650 € ärmer also Besitzer eines Toyota Landcruisers Prado Rv6 (4x4) nennen. Ab zur Anmeldung ins Department of Transport, Formulare ausfüllen, für den Mist nochmal $200 zahlen und schon kann es losgehen. Halt, diese Third Party Insurance sollten wir vielleicht auch noch abschließen, wer weiß, was noch alles auf uns zukommt. Wie solch Bürokram nur nervt. Jetzt aber LOS. Stop 1: Kmart, die noch fehlenden Utensilien wie Töpfe, Messer und Schüsseln kaufen. Stop 2: Liquorshop, denn nach der ganzen Aufregung muss eine kleine Pause bei einem kühlen Bier erstmal wieder Klarheit im Kopf schaffen. Stop 3: Coles, endlich wieder Hot Sauce and a Batzn Kaas. Stop 4: Tanken und einen Klumpen Eis für die Kühltruhe besorgen. 1 Liter Unleaded kostet hier derzeit übrigens im Schnitt 0,89 € (in NZ waren es ca. 1,25 €) - zum Glück nicht mehr, unsere Karre ist nämlich ein ganz schöner Schluckspecht. Jetzt müssen wir es nur noch zum Parkplatz schaffen und dieses Zelt am Dach aufbauen. Aber auch das sollten wir heute noch hinbekommen.
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