Day 36 And 37
——————————
Christchurch
6.778 Kilometer und 5 Wochen später sitzen bzw. liegen wir mitten in der Nacht am Flughafen in Christchurch und können gar nicht glauben, dass das Kapitel Neuseeland schon wieder vorbei ist. Eigentlich will und brauche ich keine großen Worte mehr finden, ich denke die Bilder der letzten 37 Tage sprechen für sich selbst. Auch wenn wir unseren Camper mittlerweile im Großen und Ganzen wirklich liebgewonnen haben, war der Abschied mit der Aussicht auf eine saubere Dusche, ein bequemes Bett und eine großzügige Küche (die wir im Hostel heute über mehrere Stunden komplett einnahmen, um unsere restlichen Lebensmittel zu verarbeiten) kurz und schmerzlos. Schweren Herzens verlassen wir hingegen gleich das Land der langen weißen Wolke, wobei wir natürlich auch sehr gespannt auf our next adventure in Australia sind. Toi, toi, toi, dass dort auch alles so super läuft und wir schnell eine passende Karre für uns auftreiben. Das liegt mir im Moment zugegebenermaßen noch etwas im Magen. Sonst haben wir es uns heute in Christchurch nochmal gut gehen lassen und unseren letzten Tag bei strahlendem Sonnenschein in vollen Zügen genossen. Gleichzeitig war ich beim Schlendern durch die Stadt erstaunt und vor allem erschüttert, wie unterlegen wir der Gewalt der Natur doch sind. Eingestürzte Gebäude, leerstehende Häuser, Baustellen soweit das Auge reicht - die Auswirkungen des schweren Erdbebens im Jahr 2011, bei dem 185 Menschen umkamen, sind hier erschreckenderweise immer noch deutlich zu erkennen. Was für uns unvorstellbar ist, gehört für die Bewohner Christchurchs zum Alltag, die seit Jahren versuchen, mit allen Mitteln und voller Kreativität wieder Leben in ihre (Innen-)Stadt zu bringen.
„We learned that our true power didn‘t live in the walls we‘d built, but what we did when they came down. The earthquake awakened superpowers many of us didn‘t know we had. We said „Kia Kaha“ (be strong) and rediscovered our ability to create change.“
Für uns gab es heute gleich drei, eigentlich vier Highlights. Burger @ Bacon Brothers, Eis @ Rollickin Gelato und Muffins @ „Christmas For The City“. Das hört sich jetzt wieder an, als würden wir nur ans Essen denken, aber die ersten beiden Stationen darf man sich in Christchurch einfach nicht entgehen lassen und bei der riesen Weihnachtsfeier an der Universität konnten wir natürlich nicht widerstehen, neben zwanzig kleinen Kindern auch zwei Muffins zu dekorieren. Der dortige Auftritt der Dance & Stage School hätte wegen uns nebenbei gesagt den ganzen Abend andauern können - die Kostüme und in erster Linie der leicht schwule Typ im zwischen den ganzen Mädels waren einfach nur der Burner, ich musste so lachen. Die New Regent Street, den botanischen Garten, die Container Mall, die 185 Empty Cairs und die Transitional Cathedral will ich vor lauter Gerede ums Essen nicht unter den Tisch fallen lassen, typisches Sightseeing eben. UND: Wir waren in der Art Gallery Christchurchs, die mit dem riesen Schriftzug „Everything Is Going To Be Alright“ auch auf das Beben verweist und Mut machen soll. Aber: Ich bin ja kein Kenner, aber jemand, der sich beim stundenlangen Kneten von neun Blöcken Butter filmt, gehört sich für mich eher in die Weihnachtsbäckerei (Anm. Joe: oder in die Klapse) und nicht in eine Kunstausstellung. Über Kunst lässt sich bekanntlich streiten. Die letzten Stunden verbrachten wir eben noch in der Hostelküche, bei einem Kaffee der New Regent Street und in der Little High Eatery, bis wir um 23:45 Uhr den letzten Bus zum Flughafen nahmen. Ohne einen letzten Cent Bargeld in der Tasche gingen wir mal wieder volles Risiko ein und müssen uns im Zuge dessen beim Busfahrer bedanken, der uns kostenlos mitnahm. Wer würde auch zwei Mädels mitten in der Nacht am Busbahnhof stehen lassen? Ja, und jetzt liegen wir eben da und warten auf unseren Flug um 06:20 Uhr. Wenn wir nur schon in Cairns wären. „Kia Kaha“ ist die nächsten Stunden wohl auch für uns angesagt.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen