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Freitag, 27. Oktober 2017

The Girl Who Saw His Dick.

Zunächst fühlte ich mich in meinem mittlerweile dritten Hostel in Perth ja wirklich gut aufgehoben, als aber dann - wie sollte es auch anders sein - wieder ein Drogenabhängiger durch das Zimmer stolperte und sein Bett suchte, sank meine Laune ganz schnell fast bis in den Keller. Dieser war nämlich im Gegensatz zu Mr. Eiffelturm richtig eklig, asozial und auch charakterlich ein ziemlich mieser Kerl. Warum habe ich eigentlich das Glück, mir die vier Wände immer nur mit ausschließlich Typen teilen zu „dürfen“? Und warum muss sich immer so ein Vogel unter ihnen befinden? Na gut, hilft nichts, dafür ist der Engländer super nett und solange er mich in Ruhe lässt, kann ich mich damit arrangieren. Muss ich mich ja. So, jetzt die „Kurzfassung“ der drei Vorfälle, die mir die letzten beide Nächte den Schlaf geraubt und einige Nerven gekostet haben:

#1: Tatsächlich kamen um 01:00 Uhr nachts noch zwei Mädels (natürlich Asiatinnen) an, die erstmal ganz ungeniert das Licht im Zimmer anmachten und in Ruhe ihre Sachen organisierten. Schlitzaugen hin oder her, geht’s? Sorry, der war böse, aber ich fand das einfach nur unverschämt. Kurzzeitig war dann Schlafenszeit, bis zwei Typen das Zimmer stürmten, meinten, Späße machen zu müssen und versuchten, mit jedem hier ein Gespräch anzufangen. Darauf hatte ich mitten in der Nacht absolut keine Lust, lies deshalb meine Augen zu und ignorierte sie bestmöglichst, bis sie nach einer viertel Stunde wieder verschwanden. Ein paar Stunden später standen die gleichen Spezialisten aber wieder im Zimmer (anscheinend arbeiten die hier an der Rezeption), da sich eine Person am Zimmer befand, die hier nicht hingehörte. Mein erster Gedanke: Bestimmt der abgefuckte Abhängige da oben! Aber nein, die zwei Asiatinnen haben nachts noch einen Freund mit ins Zimmer geschmuggelt, der sich zunächst in ein bereits belegtes Bett geflackt hat und weshalb wohl auch heute Nacht noch ein bisschen diskutiert wurde. Weg mit dem!

#2: Es stinkt nach Pisse. Widerlich. Ich wäre beinahe aus den Latschen gekippt, als ich abends zurück ins Zimmer kam. Das kann jetzt nicht sein Ernst sein, oder? Wie Inspektor Jones lief ich durch das Zimmer, um die Quelle ausfindig zu machen, weil ich Angst hatte, dass der absolut greisliche Drogenheini in mein Bett oder gar über meine Sachen gebieselt hat. Dem war aber zum Glück nicht so, den Ort des Übels konnte aber leider auch nicht herausfinden. Fenster auf!

#3: 26.10.17, 06:00 Uhr. Augen auf ... Augen ganz schnell wieder zu. Er stand vor meinem Bett. Direkt vor meinem Rucksack. Und glotzte mich an. Nackt. Splitterfasernackt. Mir fehlen immer noch die Worte. Ich wollte einfach nur weg. Um es nicht in die Länge zu ziehen: Nach ein paar Minuten und seinem Geschäft vor der Türe (also ganz ehrlich, jetzt reicht's!) lag er wieder auf seiner Matratze, woraufhin ich mit mentaler Unterstützung aus der Heimat sofort so leise wie möglich meine Sachen packte und mich aus dem Zimmer schlich, um das Monster nicht auf mich aufmerksam zu machen. An der Rezeption schilderte ich den Vorfall und konnte/durfte meine Sachen zum Glück schon in das Doppelzimmer, das ich für die nächsten zwei Nächte gebucht habe, bringen. Gesagt getan. 10 Minuten später schossen mir dann aber - auch wenn das Schlimmste überstanden war - trotzdem nochmal die Tränen in die Augen, weil auf einmal die Polizei vor der Türe stand und den nackten Mann abführte. Freilich nicht schlimm und eher positiv anzumerken, aber das war um kurz vor 07:00 Uhr und aufgrund der zwei bescheidenen Nächte in diesem Moment ein bisschen too much für mich. Ich wollte einfach nur noch schlafen, um überhaupt ansatzweise klar denken zu können. Bitte ein Bit Bett!

Leider war das nicht drin, da ich um halb 10 einen Termin bei der Bank hatte. Dank der lieben und unglaublich witzigen Asiatin (oh Wunder) Cindy von der Westpac Bank war das alles aber schnell nur noch halb so wild - was für eine coole Socke. She definitely made my day. He was completely naked? What have you done? I would have screamed! | Oh my good, it‘s [beer in Germany] cheaper than water! And it's usually 0,5 L not 0,3 L??? Then you share it with your friend, right? [Are you kidding me?] And you can buy 1 L in a glass? Oh my god, I have to go to Germany! When I want to party, I invite my friends, buy a lot of Corona ($2,50 each) and get drunk at home! It‘s to expensive at bars or clubs! | Thank you for your stories, Francesca! Nur ein paar Eckpunkte. Und ja, ich war bei der Bank. Und nein, Cindy ist keine junge Azubine. Schätzungsweise ist sie um die 35 und ich habe eher ihr zu danken, dass sie wirklich meinen Tag gerettet hat. Im Hostel war die Action natürlich auch großes Gesprächsthema: You are the girl who saw his dick, aren't you? Yeah, nice to meet you (too) ... Eine kurze Frustshoppingtour später sagte ich mir selbst: Was die Ott verspricht, das hält sie auch. Um 17:00 Uhr stand ich deshalb todmüde mit einem Sixpack Bundaberg/Cola am Flughafen am Arrivaltor und hüpfte trotzdem wie ein kleines Kind von links nach rechts und rechts nach links, so aufgeregt war ich. Eine ganze Stunde hat sie auf sich warten lassen, doch jetzt ist sie da, die Alte. Schön, dich endlich wieder zu sehen. Schön, die nächsten Erlebnisse mit dir teilen zu können. Gleichzeitig wird das jetzt aber auch wieder eine krasse Umstellung für mich, jemanden an meiner Seite zu haben, Kompromisse schließen zu müssen und - so blöd es klingen mag - wieder hauptsächlich Deutsch zu sprechen. Die letzten Wochen waren wirklich lehrreich und es ist darüber hinaus eine super Erfahrung wert, mal alleine unterwegs zu sein. Ich bin sehr gespannt auf die nächste Zeit und freue mich wahnsinnig auf Neuseeland und unseren Camper.

Eines will ich noch kurz sagen: Nicht nur Joes Ankunft war herzerwärmend, sondern auch die Telefonate gestern. Es tat so gut, mal wieder vertraute Stimmen zu hören. I miss you!


#nachsechswochenendlichwiedereinweizen 
#stattachtnurviereuroinderhappyhour 
#ichhätteheuteauchzehngezahlt

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