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Freitag, 6. Oktober 2017

Fremantle By Bike.

Wenn das der Grund ist, weshalb es mit den Erdbeeren nicht klappen sollte, muss ich mich wohl direkt noch bei den Leuten auf der Farm bedanken. Ja, ich weiß, ich lasse mich sehr schnell von Neuem, Aufregendem, Verrücktem hinreißen und bin in der Hinsicht leicht zu begeistern, aber das hier ist schon ein wirklich netter Fleck auf diesem Planeten. Heute beim Frühstück unterhielt ich mich ein bisschen mit ... oh man, ich hab's einfach nicht so mit Namen ... mit dem Wuschelkopf, der meinte, dass ich mir zum Erkunden der Stadt doch ein Fahrrad bei Little Creatures Brewing ausleihen soll. Guter Plan. Auf Nachfrage begleitete ich ihn und seine zwei Freunde mit jeweils einem scheppernden Einkaufswagen noch zum Supermarkt - ich musste eigentlich in die genau entgegengesetzte Richtung, aber ok, kann ja nicht schaden - und ergatterte um 12:30 Uhr das letzte Fahrrad bei der Brauerei an der Küste. Übrigens kostenlos und ganz unkompliziert, danke den genialen Tipp. Von da aus radelte ich mit meinem roten Gefährt um die 10 km Richtung Norden bis zum Point Walter Reserve an der Küste entlang und genoss zum ersten Mal den australischen Frühling. Was für ein Gefühl. Es war also kein Fehler, das Hostel gleich für eine ganze Woche zu buchen.

Heute Abend bekam ich im Zimmer tatsächlich noch ein Jobangebot von einer Italienerin, die einer anderen Beschäftigung nachgehen möchte. Ich soll also Kissen verkaufen. Kissen verkaufen? KISSEN VERKAUFEN! In Australien. An einem Stand. In verschiedenen Einkaufzentren. Ungefähr 40 Minuten von hier. Für $150 am Tag auf die Hand. 8 Stunden, manchmal auch mehr. Alles klar. Unverhofft kommt oft. Ich Depp hab' natürlich gleich mal spontan zugesagt, apropos verrückte Sachen und so. Gerade kommen aber ein paar Zweifel in mir hoch, nachdem meine Zimmerkollegin #2 (ein Wunder, eine Deutsche) meinte, dass sie die Backpacker als billige Arbeitskräfte sehen, schon etwas ausnutzen und sie ihre Zeit hier jetzt lieber noch anderweitig verbringen will. Ich bin gerade etwas überfordert mit der Situation, weiß außerdem nicht, ob mein Englisch dafür überhaupt ausreicht und sollte nochmal eine Nacht darüber schlafen. Lustig wär's ja irgendwie schon. Und in zwei Wochen könnte ich außerdem gut Kohle machen.

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