Seiten

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Back In Town.

Als der Bus um kurz vor halb 12 in Sichtweite war, sprangen Alexandra und ich auf und begannen zu jubeln! Ben "from the other side" tat es uns gleich! We survived! Aufatmen! 

So gut gelaunt waren wir seit unserer Ankunft am Samstag nicht mehr. Der Zettel "No work today at Allstates Farm" an der Türe des Motels bestärke uns zusätzlich in unserer Entscheidung und nachdem uns der Busfahrer Zurtritt gewährte, feierten wir unser Überleben im Outback erst mal mit einem Bier - nicht zuletzt auch aus dem Grund, dass unsere Rucksäcke ein bisschen leichter werden, immerhin mussten unsere ganzen vorsorglich gekauften Lebensmittel jetzt auch noch einen Platz darin finden. Konnte ja kein Mensch ahnen, dass das Ganze gar so bescheiden endet. Puh, es kann jetzt nur noch bergauf gehen. "Can someone tell me where's seat number 19?", hörte man nach dem Umsteigen in Bunbury durch den ganzen Zug schreien. Ach geh, muss das jetzt sein? Kurze Zeit später nahm mit Sicherheit älteste Bewohnerin dieses Kontinents neben mir Platz und ich fing im gleichen Moment an zu beten, dass sie kein Gespräch mit mir beginnt, sonst hätte ich mit meinem hervorragenden Englisch den ganzen Blechwagon beschallen müssen. Ging aber nochmal gut und eine lebensrettenden Maßnahme musste ich trotz ihrer sehr schwerfälligen Atmung auch nicht treffen. In Perth angekommen entschloss ich mich dazu, mit Alexandra wirklich gleich noch nach Fremantle weiterzugurken, auch wenn es mittlerweile schon halb 6 geworden war und ich eigentlich keine Böcke mehr hatte. Aber für das Ende des Monats müssen ja auch noch ein paar Plätzchen in der Hauptstadt übrig bleiben, die ich mit Joe besichtigen kann. Gleich mal zu deiner Info: In dieses Manjimup oder Pemberton setze ich keine kleine Zehe mehr. Außerdem will ich morgen ans Meer, den Rest der Woche mal in Ruhe die Lage checken, vielleicht Arbeit finden und einfach mal ankommen - von dem "No Worries" kann ich nämlich gerade noch nicht berichten. Habe mir für die nächste Zeit vorgenommen, nicht mehr an nur einem Tag die Welt einreißen zu wollen. Die Zwangspause die letzten Tage tat wirklich gut, mittlerweile hab' ich immerhin auch wieder Hunger. Gerne hätte ich gerade ein bisschen Zeit für mich, doch dafür hab ich mich natürlich wieder genau für das falsche Hostel entschieden. Ich treffe aber auch immer genau ins Schwarze. Nur aufgedrehte Franzosen hier, wirklich ausschließlich Franzosen. Nach ein bisschen Smalltalk hier und Smalltalk da (man will sich ja zu Beginn etwas integrieren) liege ich jetzt endlich in meinem Bett. Von Ruhe kann aber nicht die Rede sein. Direkt unter mir blert eine Tussi absolut schräg ins Mikro, dass es kaum auszuhalten ist. "If I were a boooy, I think I could understaaand ..." - bei meinem Glück die letzten Tage schlafe ich also frisch aus dem Outback zurück in der Zivilisation genau über einer Karaokebar. Herzlichen Glückwunsch.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen