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Dienstag, 3. Oktober 2017

I'm Gonna Shit On These Fuckin' Strawberries.

Nach 7 Stunden (in Worten: SIEBEN) Fußmarsch durch das absolute Nichts ein sehr guter Spruch von Ben, dem stockschwulen Engländer. Wie es dazu kam?

Ausgeschlafen stieg ich heute um 06:30 Uhr in Carolines Auto und freute mich direkt auf die Arbeit und vor allem darauf, eine Erfahrung reicher zu werden. Auf der Farm angekommen standen erst mal Massen an Backpackern vor uns, von denen heute auch einige ihren ersten Arbeitstag hatten. Ich sollte besser sagen: Sie wollten wie wir heute auch ihren ersten Arbeitstag haben. "I have to check your IDs before you can start to work." - ja dann mach das mal! "So just come back tomorrow." - What? Äh No! Nein! Groß diskutieren wollten wir natürlich am ersten Tag nicht gleich, weshalb wir erst mal ziemlich blöd aus der Wäsche schauten, da kein Auto mehr zurück zum Motel fuhr und wir fernab jeglicher Zivilisation standen. Aufregen hätte aber nebenbei gesagt eh nicht viel gebracht, da dieses Programm irgendwie nicht funktionierte, das sie zum Kontrollieren der Pässe brauchen. Nach kurzer Überlegung entschieden wir uns dazu, den Heimweg zu Fuß anzutreten, wir haben hier eh nichts anderes zu tun. Sind ja auch nur 5,5 Stunden. Lächerlich. Den Farmern ging das übrigens mehr oder weniger am Hintern vorbei, danke dafür. Die anfänglich noch einigermaßen gute Laune war nach den ersten 10 Kilometern dahin, die wüstesten Beschimpfungen nahmen dafür mit jedem Meter zu. Fuckin' dies, fuckin' das. Zwischenzeitlich wurde es dann stiller, jeder war etwas in sich gekehrt.

Ben wie aus heiterem Himmel: "I have to pee. I hate peeing in public, my weenie! For girls it's way more easier, you've got it all inside, i've got it all outside." - zu diesem Satz möchte und kann ich auch bis dato nichts loswerden, ich bin sprachlos. Mei Letta ho i sowos nu niad ghert. Auf jeden Fall war er auch drei Stunden später noch nicht im Busch. Dann war da auch noch diese vermeintliche Abkürzung: Ein immer schmaler werdender Weg, immer mehr Bäume, immer mehr Äste, immer mehr Spinnweben UND eine ziemlich angsteinflößende Schlange. So, wir kehren um. Über die "Straße", also den braunen Schotterweg, werden wir zwar noch eine Stunde länger gehen, aber das war uns, ok, den anderen und vor allem Weichei BEN dann wirklich eine Spur zu krass, zumal wir kaum mehr Wasser hatten. Letztendlich gaben wir aber nach sieben ganzen Stunden auf und riefen die Tante vom Motel an, die uns mit ihrem Bus für (und hier kommt schon wieder das Wort des Tages) fuckin' $15 die restlichen 6 km nach Hause fuhr. Ich persönlich hätte den Trip ja gerne noch zu Ende gebracht, ich hasse halbe Sachen dieser Art, das hängt mir jetzt immer noch nach. Bis sie uns mitten im Wald gefunden hatte, dauerte es außerdem auch wieder knappe 30 Minuten. Erst mal ins Pub (wohin auch sonst?), ein Bier für fuckin' $10 trinken. Jetzt geht's ans Pläneschmieden. Wie wir eben erfahren haben, sollen wir erst am Mittwoch wiederkommen und außerdem wurden heute 10 Leute entlassen, weil es - wie gestern schon geschrieben - im Moment zu wenig Arbeit gibt. Wir kommen uns gerade ziemlich verarscht vor, um es mal klar und deutlich auszudrücken. Das hätten sie uns ja auch vor ein paar Tagen schon sagen können, dann hätte keiner von uns mindestens $50, wenn nicht sogar $250 (Theresas und Henrys Horrorstory) ausgegeben und diese beschissene Anfahrt auf sich genommen. Tut mir leid, ich bin gerade echt ein bisschen angepisst. Mal sehen, ob ich hier noch recht viel länger bleibe. Auch wenn wir uns mittlerweile ein wenig an das Motel (und den Geruch) gewöhnt haben, ist es echt bescheiden, nicht zuletzt aufgrund der Lage. Ich fühl mich hier, als wär ich eine Gefangene von Alcatraz und Kangaroos hab darüber hinaus ich auch noch nicht gesehen. Zumindest konnte ich das mit meiner Bankkarte gerade noch regeln, die ich jetzt in der Filiale in Perth abholen werde. Aber das Zeug im Kühlschrank muss auf jeden Fall noch weg, die $57 waren sicher nicht auch noch für die Katz'. Fuckin' Shit.

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